30. September 2026

AKTIE IM FOKUS 2: BMW-Aussagen ermutigen Anleger - Vortagsminus aufgeholt

(neu: Kurse und mehr Stimmen)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die BMW-Anleger (Profil) haben sich am Mittwoch ermutigt gezeigt von den Plänen des Autobauers für die kommenden Jahre. Die Aktien bauten die Kursgewinn am Vormittag auf 2,3 Prozent aus und machten damit Vortagesverluste mehr als wett. Am Dienstag hatten kolportierte Aussagen vom Kapitalmarkttag im späten Handel für Nervosität gesorgt.

Die Kursentwicklung war auch besser als jene der Konkurrenten Volkswagen (Profil), Mercedes-Benz (Profil) und Porsche AG (Profil), deren Aktien nur mit bis zu 0,7 Prozent im Plus standen.

Am Vortag war der BMW-Kurs in ersten Reaktionen um bis zu fünf Prozent auf ein Tief seit 2020 abgesackt, hatte sich dann aber ein gutes Stück weit erholt. Händler sahen zunächst eine Enttäuschung darin, dass die Münchner für 2028 laut Analystenaussagen mit einer Automarge von 3 bis 5 Prozent planen, da der Konsens am oberen Ende der Spanne liege.

Der Kapitalmarkttag des Autobauers geht am Mittwoch weiter. Bernstein-Analyst Stephen Reitman sieht in den Ankündigungen der Münchner nun den "Beginn eines Heilungsprozesses". Von den für 2026 avisierten 1 bis 3 Prozent strebe der Autobauer dann in den frühen 2030er Jahren 8 bis 10 Prozent an. BMW wolle die Angebotsvielfalt reduzieren, Durchlaufzeiten verkürzen, Partnerschaften mit Zulieferern vertiefen und das Händlernetz in China "auf die richtige Größe bringen".

Anthony Dick von Oddo BHF kommentierte am Morgen, BMW müsse unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Milan Nedeljkovic Erfolge zeigen, insofern handele es sich um eine "Show-Me-Story". Die Kernprinzipien würden bei BMW bewahrt und erwartungsgemäß lege der Plan einen stärkeren Schwerpunkt auf Kostensenkung. Er erwähnte zudem, dass sich BMW nicht auf eine höhere Ausschüttungsquote festlegen wolle und keine weiteren Angaben zu möglichen Aktienrückkäufen gemacht habe.

Harald Hendrikse von der Citigroup sprach von "Evolution statt Revolution". Der Konzern wolle weiter "business as usual" praktizieren, während die Marge ein 25-Jahrestief erreicht habe und obwohl sich die weltweite Nachfrage außerhalb Chinas robust entwickle. Er ergänzte, die Stimmung in der Branche bleibe unter Anlegern strukturell schlecht. Vor diesem Hintergrund habe er eine entschiedenere Reaktion erhofft - wie etwa zuletzt von Volkswagen. In Erwartung eines begrenzten Gewinnanstiegs bis 2028 glaubt Hendrikse, dass die Anleger vorsichtig gestimmt bleiben für die Aktie./tih/men/jha/