27. Februar 2026
Weltportfolio statt Home-Bias!

Weltportfolio statt Home-Bias!

Globale Aktieninvestments sind heute selbstverständlich. Auch Privatanleger können weltweit Anlagechancen nutzen. Wichtigster Wegbereiter war und ist MSCI mit Indizes wie dem MSCI World oder dem MSCI ACWI. Die Börsenbarometer wurden im Zeitverlauf immer wieder an aktuelle Entwicklungen angepasst – sind aber auch vor Kritik nicht gefeit.

Es dauerte einige Zeit, bis Aktieninvestoren ihren Heimatmarkt verließen und hinaus in die Welt zogen. Die globalen Märkte wurden zugänglicher und die Diversifikationsvorteile lagen auf der Hand.

Langfristig erfolgreich

Heute werden Aktien aus vielen Gründen geschätzt: Sie dienen als Absicherung gegen Inflation, weil Unternehmensumsätze und -gewinne mit dem allgemeinen Preisniveau steigen können, während Dividendenausschüttungen einen indexierten Beitrag zur Gesamtrendite leisten.

Hinzu kommt, dass die Geldpolitik in den letzten Jahrzehnten die Di­fferenz zwischen Anleiherenditen und Aktiendividenden verringerte und damit die Attraktivität von Aktien sowohl als Einkommensquelle als auch als Instrument zur Kapitalwertsteigerung erhöhte.

Ständig im Wandel

Mit der Zunahme globaler Investments suchten Anleger nach zuverlässigen Referenzindizes – und MSCI stellte eine ganze Indexfamilie bereit, mit dem MSCI World und dem MSCI ACWI als den wichtigsten globalen Benchmarks. Der MSCI ACWI IMI etwa umfasste im Dezember 2024 Large-, Mid- und Small-Cap-Aktien aus 23 entwickelten und 24 Schwellenländern und deckte damit etwa 99 Prozent der globalen Aktienchancen ab. Im Lauf der Jahre wurden die MSCI-Indizes jedoch immer wieder an aktuelle Entwicklungen angepasst. Auslöser war die sich wandelnde Dynamik des Wirtschaftswachstums, der Kapitalströme und der Innovationen, die sich in den Marktpreisen und damit in der Zusammensetzung der Indizes niederschlug.

1976 entfielen über 60 Prozent der globalen Marktkapitalisierung auf die USA, bis Ende der 1980er Jahre sank dieser Anteil jedoch auf ein Drittel. 2024 wiederum überschritten die USA erneut die 60-Prozent-Marke und ihre Gewichtung erreichte einen neuen Höchststand, obwohl zahlreiche neue Märkte insbesondere in den MSCI-ACWI-Index aufgenommen wurden. Gründe für den größeren Anteil sind vor allem das starke Wirtschaftswachstum in den USA und die aktuelle und zukünftige Dominanz großer US Technologieunternehmen, die sich in ihren Aktienkursen widerspiegelt. Die hohe US Gewichtung nach Marktkapitalisierung steht in starkem Kontrast zum relativen Anteil der USA am globalen BIP, der im Allgemeinen zwischen 25 und 35 Prozent lag.

Ganz anders Japan: Ende der 1980er Jahre hatte das Land infolge seines rasanten Wirtschaftswachstums und steigender Bewertungen einen dominierenden Anteil an der globalen Marktkapitalisierung, büßte seine hohe Gewichtung aufgrund der wirtschaftlichen Stagnation jedoch Schritt für Schritt wieder ein. Stetig zurückgegangen ist in den letzten 15 Jahren auch der Marktkapitalisierungsanteil der Industrieländer außerhalb der USA und Japans: von 45 auf 23 Prozent. Der Anteil der Schwellenländer dagegen, die 1987 mit rund einem Prozent erstmals in die globalen MSCI-Indizes aufgenommen wurden, wuchs bis 2010 stetig auf über 13 Prozent – getrieben durch Strukturreformen, steigende Verbrauchernachfrage und einen verbesserten Zugang zu den Kapitalmärkten. Weil ihr Anteil am globalen BIP bei rund 40 Prozent liegt, sind sie in den globalen Aktienindizes jedoch weiter unterrepräsentiert.

Gefahr durch Klumpenrisiken?

Nirgendwo zeigt sich die Veränderung der MSCI-Indizes so deutlich wie in ihrer sektoralen Zusammensetzung. Im Dezember 1974 hießen die fünf führenden Sektoren Rohsto­ffe, Industrie, Finanzen, Energie und zyklische Konsumgüter. Ihre Anteile lagen zwischen 13 und 15 Prozent, zusammen machten sie 69 Prozent Anzeige der globalen Aktienmärkte aus. Im Dezember 2024 hatte sich die Branchenführerschaft verlagert. Die am stärksten gewichteten Branchen waren IT, Finanzwerte, zyklische Konsumgüter, Industrie und Gesundheitswesen. Ihre individuellen Gewichte variierten zwischen 10 und 25 Prozent und sie machten etwa 75 Prozent der globalen Aktien aus. Vor allem IT, einst Randbereich, erlebte seit 1994 einen enormen Aufschwung, der das Wachstum der digitalen Wirtschaft widerspiegelt. Ende Oktober 2025 lag der IT-Anteil im MSCI World bei gut 28 Prozent, neun der zehn größten Positionen im Index waren aus diesem Sektor – und kamen aus den USA.

Diese hohe Konzentration auf ein Land und eine Branche sorgt seit Jahren für Kritik: Der MSCI World sei gar kein echter Weltindex, es bestünden Klumpenrisiken und damit eine Gefahr für ETFs, die den Index nachbilden. Das ist allerdings vordergründig gedacht, denn bei genauerem Hinsehen wird klar, dass der Hauptsitz eines Unternehmens nicht allein über seinen Erfolg entscheidet. Zwar haben aktuell alle Top-10-Aktien des MSCI World ihre Zentralen in den USA – machen aber nicht nur dort Geschäfte. Vielmehr erwirtschaften sie im Schnitt knapp 39 Prozent ihres Umsatzes außerhalb der USA. Bei sechs der zehn Konzerne war es mehr als die Hälfte, bei Apple waren es sogar 63,6 Prozent. Und weil etwa Apple seine iPhones auch in China oder Indien verkauft, spielen diese Länder sehr wohl eine Rolle für die Entwicklung des MSCI World – auch wenn sie als Schwellenländer nicht im Index enthalten sind. Tatsächlich ist der MSCI World also breiter gestreut, als es die 23 abgebildeten Industrieländer vermuten lassen – und eignet sich als Richtschnur für ein Weltportfolio mit globalen Aktieninvestments.

Das ETF-Angebot von BNP Paribas Asset Management

Mit dem ETF von BNP Paribas AM auf den MSCI World kann man zu niedrigen Gebühren weltweit investieren. Wer am MSCI World interessiert ist, aber eine zu hohe Konzentration auf Länder scheut, sollte sich den BNP Paribas MSCI World Equal Weight Select UCITS ETF (IE0008D0AIU9) anschauen. Wer nahe am Index bleiben und ESG-Kriterien integrieren möchte, sollte den ETF mit minimalem Tracking Error „Min TE“ in Betracht ziehen: BNP Paribas Easy MSCI World Min TE (IE000W8HP9L8). Wer vornehmlich ESG-Kriterien integrieren möchte, für den ist der ETF mit den Anforderungen der Paris Aligned Benchmark eine interessante Wahl: BNP Paribas Easy MSCI World SRI PAB (LU1615092217).

ETF-Angebot von BNP Paribas Asset Management

FondsnameISINWKNHandelswährungTER
BNP Paribas MSCI World UCIS ETF* IE000A0GH076A41GS2EUR0,05%
BNP Paribas MSCI World Equal Weight Select IE0008D0AIU9A417BGEUR0,20%
BNP Paribas Easy MSCI World Min TEIE000W8HP9L8A3ERF1EUR0,15%
BNP Paribas EASY MSCI World SRI PABLU1615092217A2DVEZEUR0,26%
Quelle: Quelle: BNP Paribas Asset Management, Stand: 28.11.2025 . *Early-Bird-Discount bis 19.09.26 i.H. von 50%

RISIKOHINWEIS:

Anlagen unterliegen Marktschwankungen und den mit Anlagen in Wertpapieren verbundenen Risiken. Der Wert von Anlagen und ihre Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihren ursprünglich investierten Betrag möglicherweise nicht vollständig zurück. Es ist nicht garantiert, dass der Fonds sein Performanceziel erreicht. Eine vollständige Beschreibung und Definition der Risiken sind dem letzten verfügbaren Verkaufsprospekt und dem Basisinformationsblatt des Fonds zu entnehmen. Anleger, die eine Zeichnung eines Fonds in Erwägung ziehen, sollten den aktuellen Verkaufsprospekt und das Basisinformationsblatt, die auf unserer Website kostenlos vorliegen, sorgfältig durchlesen. Da der Fonds in ausländische Währungen investiert, kann der Wechselkurs den Wert des Teilfonds beeinflussen, da er Währungsschwankungen ausgesetzt ist.