SpaceX: Warum der Mega-Börsengang die Raumfahrtbranche revolutionieren kann

SpaceX: Warum der Mega-Börsengang die Raumfahrtbranche revolutionieren kann

Der im Juni anstehende SpaceX-Börsengang elektrisiert Anleger weltweit. Warum das zum Wendepunkt für die Raumfahrtindustrie werden könnte.

Der in den nächsten Wochen geplante Börsengang von SpaceX zählt aktuell zu den meistdiskutierten Finanzereignissen. Das von Elon Musk gegründete Raumfahrtunternehmen wird laut aktuellen Marktschätzungen bereits mit bis zu zwei Billionen US-Dollar bewertet. Damit könnte SpaceX nicht nur eines der wertvollsten Unternehmen der Welt werden, sondern auch den Weltraumsektor endgültig als eigenständige Anlageklasse etablieren.

SpaceX vor größtem Börsengang der Geschichte

Bislang ist SpaceX nicht börsennotiert. Anleger können sich daher nur indirekt über Beteiligungsgesellschaften oder spezialisierte Fonds engagieren. Doch die Spekulationen über einen möglichen IPO (Initial Public Offering, sprich Börsengang) nehmen zu. Marktbeobachter vergleichen die mögliche Signalwirkung bereits mit früheren Tech-Börsengängen wie Amazon (WKN: 906866) oder Tesla (WKN: A1CX3T) – nur diesmal in einer Branche, die sich gerade erst institutionell etabliert.

Denn die globale Raumfahrtwirtschaft wächst rasant. Sinkende Startkosten, neue Satellitennetze und milliardenschwere staatliche Investitionsprogramme treiben die Branche an. Moritz Henkel, Produktmanager bei Vaneck Europa, spricht sogar von einem der dynamischsten Strukturwandel weltweit. „Die globale Weltraumwirtschaft durchläuft unter allen Branchen derzeit einen der schnellsten Strukturwandel“, sagt Henkel. Regierungen würden massiv investieren: von den angekündigten 20 Milliarden Dollar der NASA für eine permanente Mondbasis bis hin zum europäischen IRIS-Satellitenprojekt mit einem Budget von zehn Milliarden Euro. Gleichzeitig fließe zunehmend privates Kapital in den Sektor.

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Zusätzliche Fantasie erhält SpaceX derzeit auch durch die zunehmende Verknüpfung von Raumfahrt, Künstlicher Intelligenz und Dateninfrastruktur. Eine wichtige Rolle spielt dabei Elon Musks KI-Unternehmen xAI mit dem Chatbot Grok. Marktbeobachter sehen in der Kombination aus Satelliteninternet über Starlink, KI-Anwendungen und globaler Datenverarbeitung einen möglichen zusätzlichen Wachstumstreiber für das gesamte SpaceX-Ökosystem.

Milliardenmarkt Weltraumwirtschaft

Die Dynamik der Branche ist enorm. Laut Novaspace sollen in den kommenden zehn Jahren rund 43.000 neue Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden. Parallel dazu sinken die Kosten für Raketenstarts kontinuierlich – ein Bereich, in dem SpaceX mit seinen wiederverwendbaren Falcon-Raketen als Innovationsführer gilt.

Henkel sieht darin einen entscheidenden Treiber für die wirtschaftliche Attraktivität der Branche. „Die Kosten für Raketenstarts sind eingebrochen, der Ausbau des Satellitennetzes beschleunigt sich – und die auf dieser Infrastruktur aufbauenden kommerziellen Anwendungen werden profitabel“, erklärt er. Ein Börsengang von SpaceX wäre aus seiner Sicht „das bislang deutlichste Signal dafür, dass die Weltraumwirtschaft eine institutionelle Anlageklasse geworden ist“.

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Gleichzeitig mahnt Henkel jedoch zur Vorsicht. Gerade in stark wachsenden Zukunftsbranchen würden sich hohe Erwartungen schnell in ambitionierten Bewertungen niederschlagen. Anleger müssten sich deshalb bewusst sein, „dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von den aktuellen Prognosen abweichen können“.

Gewinner und Verlierer eines SpaceX-Börsengangs

Der Börsengang von SpaceX hätte laut Experten weitreichende Folgen für die gesamte Branche. Einerseits dürfte das öffentliche und institutionelle Interesse an Raumfahrt-Aktien massiv zunehmen. Andererseits könnte sich zeigen, welche Unternehmen tatsächlich über nachhaltige Wettbewerbsvorteile verfügen.

Henkel formuliert es deutlich: „SpaceX wäre gleichzeitig der größte Test für bestehende Raumfahrtunternehmen und ihr größter Impulsgeber.“ Ein Börsengang dieser Größenordnung könne die gesamte Branche stärker in den Fokus institutioneller Anleger rücken als jeder thematische Fonds zuvor.

Besonders profitieren könnten Unternehmen mit klarer technologischer Führungsrolle – etwa in den Bereichen Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung oder staatliche Raumfahrtaufträge. Firmen ohne belastbares Geschäftsmodell könnten dagegen unter Druck geraten. „Unternehmen mit einer echten Vorreiterposition in den Bereichen Erdbeobachtung, Raketenstarts für staatliche Kunden oder Satellitendienste dürften sich besser behaupten können“, so Henkel. Unternehmen, die lediglich vom Hype um das Thema profitieren wollten, seien dagegen „am stärksten exponiert“.

Diversifikation statt SpaceX-Hype

Für Anleger sieht Henkel deshalb einen breit gestreuten Ansatz als sinnvoller an als die Konzentration auf einzelne Titel. Der Weltraumsektor habe sich längst zu einem komplexen Ökosystem entwickelt, das unterschiedliche Geschäftsmodelle und Wachstumszyklen vereine.

„Die Branche hat sich zu einem wirklich vielfältigen Ökosystem entwickelt, das Raketenstart-Dienstleistungen, Satellitenkommunikation, Erdbeobachtung und Verteidigungsinfrastruktur umfasst“, so Henkel. Genau deshalb könnten regelbasierte Investmentansätze Vorteile bieten. Sie verhinderten, dass Anleger allein kurzfristigen Trends hinterherlaufen oder sich von spektakulären IPOs blenden lassen.

„Und wenn etwas wie ein SpaceX-Börsengang die Fantasie des Marktes beflügelt, lässt sich ein regelbasierter Ansatz nicht davon mitreißen“, sagt Henkel. „Die Kriterien sind entweder erfüllt oder nicht.“

Wer sich grundsätzlich für Börsengänge interessiert, findet auf unserer Wissensseite zu ETF-Neuemissionen weitere Informationen rund um IPOs, Chancen und Risiken für Anleger. Gerade bei stark gehypten Zukunftsthemen wie Raumfahrt kann es sinnvoll sein, nicht ausschließlich auf Einzelaktien zu setzen, sondern breit gestreut über Themen-ETFs zu investieren.

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Dabei kann auch der extraETF Portfolio Tracker helfen. Anleger können dort Themen-ETFs aus Bereichen wie Space, Verteidigung oder Technologie einfach ihrem Portfolio beimischen, ihre Gewichtungen überwachen und Risiken besser kontrollieren. Gerade in dynamischen Zukunftsbranchen ermöglicht ein transparenter Portfolioüberblick eine strukturierte und langfristige Anlagestrategie.

Privatanleger warten auf den Startschuss

Wann SpaceX tatsächlich an die Börse geht, bleibt weiterhin offen. Klar ist jedoch schon jetzt: Ein IPO des Raumfahrtgiganten hätte das Potenzial, die Kapitalmärkte nachhaltig zu verändern. Für Privatanleger dürfte der Börsengang zu den spannendsten Investmentthemen der kommenden Jahre gehören – verbunden mit enormen Chancen, aber auch erheblichen Risiken. 

Kann ich in SpaceX investieren?

Für deutsche Privatanleger ist die Zeichnung von SpaceX-Aktien eher schwierig, aber theoretisch möglich. Neben den fünf Emissionsbanken Morgan Stanley, Goldman Sachs, JPMorgan Chase, Citigroup und der Bank of America soll ein Konsortium von 16 weiteren Banken die Platzierung der SpaceX-Aktie sicherstellen. Darunter befinden sich auch die Deutsche Bank, sowie Ing Group, Societe Generale und Banco Santander, so dass auch Privatanleger aus Europa die Möglichkeit zur Zeichnung der SpaceX-Aktie haben. Spätestens, wenn SpaceX endgültig an der Börse ist, könntest du über deinen Broker einsteigen.