Themen-ETF: Rüstung für dein Portfolio?

Rüstung: Ist der Rücksetzer jetzt eine Chance für ETF-Anleger?

Der Rücksetzer bei Rheinmetall verunsichert Anleger. Warum der langfristige Trend bei Rüstung intakt ist – und worauf ETF-Investoren jetzt achten sollten.

Der Kursrückgang der Aktie von Rheinmetall (WKN: 703000) Ende Juni hat viele Anleger überrascht. Nach einer beeindruckenden Rallye stellt sich nun die Frage: Ist die europäische Rüstungsbranche weiterhin ein attraktives Investment oder ist die Aufholjagd bereits vorbei?

„Der Rücksetzer ist weniger Ausdruck eines Zweifels an der grundsätzlichen Wachstumsgeschichte der Rüstungsindustrie, sondern vor allem eine überfällige Korrektur einer Bewertung, die den operativen Realitäten vorausgeeilt war“, lautet die Antwort von Mathias Beil, Leiter Private Banking bei der Sutor Bank. Erfahre also jetzt, warum Verteidigung plötzlich zum Megatrend für Anleger wird.

Rüstung: Europas Aufholjagd läuft – aber sie braucht Zeit

Über viele Jahre spielte die europäische Rüstungsindustrie an den Kapitalmärkten nur eine Nebenrolle. Geringe Verteidigungsbudgets, wenig Investoreninteresse und politische Zurückhaltung sorgten dafür, dass vor allem US-Konzerne ihre Marktführerschaft ausbauen konnten. Mit der geopolitischen Zeitenwende hat sich das Bild jedoch deutlich verändert. „Europäische Regierungen erhöhen ihre Verteidigungsausgaben spürbar, geopolitische Verwerfungen haben Rüstung von einem Tabuthema zu einem strategischen Investitionsfeld gemacht“, erklärt Beil. Gleichzeitig fließt deutlich mehr Kapital in den Sektor als noch vor wenigen Jahren.

Tipp: In unserem aktuellen DeepDive zeigen wir dir die wichtigsten Entwicklungen im Rüstungssektor und wie du mit Rüstungs-ETFs davon profitieren kannst.

Dennoch gilt: Zwischen politischen Ankündigungen und steigenden Unternehmensgewinnen liegt häufig ein langer Weg. Produktionskapazitäten müssen aufgebaut, Aufträge abgearbeitet und Investitionen umgesetzt werden. An der Börse werden diese Erwartungen jedoch oft schon früh eingepreist.

Politische Fantasie allein reicht nicht

Genau darin sieht Beil den Grund für die jüngste Korrektur. „Wenn Aktienkurse jahrelang stärker steigen als die zugrunde liegenden Geschäftszahlen, wächst die Anfälligkeit für Enttäuschungen.“ Für Anleger bedeutet das: Langfristige Wachstumsaussichten bleiben zwar bestehen, die Bewertungen müssen jedoch zunehmend durch steigende Umsätze und Gewinne gerechtfertigt werden.

Hinzu komme ein struktureller Nachteil europäischer Anbieter. Während US-Rüstungskonzerne von einem großen Heimatmarkt und einheitlichen Beschaffungsprozessen profitieren würden, sei Europa weiterhin stark fragmentiert. Unterschiedliche nationale Standards und Beschaffungsverfahren erschweren Skaleneffekte und bremsen die Profitabilität.

Was bedeutet das für ETF-Anleger?

Wer auf einzelne Rüstungsunternehmen setzt, trägt ein entsprechend hohes Unternehmensrisiko. Genau deshalb solltest du bei Interesse am Sektor auf entsprechende Themen-ETFs setzen. Erfahre also jetzt alles über das Investieren in Rüstungs-ETFs.

Doch: Themen-ETFs können das Risiko breiter streuen als Einzelwerte, bleiben aber dennoch stark von der Entwicklung eines einzelnen Sektors abhängig. Deshalb sollten Anleger prüfen, welchen Anteil entsprechende ETFs bereits im Gesamtportfolio ausmachen und ob das persönliche Risiko noch zur eigenen Anlagestrategie passt.

Genau dabei unterstützt dich der extraETF Portfolio Tracker. Er zeigt dir auf einen Blick die tatsächliche Zusammensetzung des Portfolios, macht Klumpenrisiken sichtbar und hilft dabei, Länder-, Branchen- und Themengewichtungen besser einzuordnen. So lassen sich neue Investments fundierter in das bestehende Depot integrieren.

Unser DeepDive: So funktionieren Rüstungs-ETFs

Welche Rüstungs-ETFs aktuell am Markt verfügbar sind, wie sie sich unterscheiden und welche Chancen sowie Risiken Anleger kennen sollten, zeigen wir ausführlich in unserem aktuellen DeepDive.

Intakter langfristiger Trend bei Rüstung

Der langfristige Trend steigender Verteidigungsausgaben in Europa bleibt bestehen. Gleichzeitig erinnert die jüngste Korrektur daran, dass Börsenbewertungen nicht unbegrenzt den operativen Entwicklungen vorauslaufen können. Oder wie Beil es zusammenfasst: „Wer in die europäische Aufholjagd investiert, investiert in ein Versprechen, dessen Einlösung an konkreten Umsatzzahlen, Margen und, nicht zuletzt, an echten Fortschritten bei der europäischen Standardisierung gemessen werden muss.“ Für ETF-Anleger bleibt deshalb ein kühler Blick auf die Portfolioallokation wichtiger denn je.

Tipp: Schau dir gleich dieses Video zum Thema Rüstung und Verteidigung an:

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