9. April 2026
China im Jahr das Drachen: Kommt das Interesse der Anleger zurück?

Chinas Tech-Boom: Reicht ein ETF – oder braucht es China extra?

China wächst zur Tech-Macht – doch reicht ein Emerging-Markets-ETF? Warum Anleger ihr China-Gewicht jetzt hinterfragen sollten.

Nach Jahren der Schwäche rückt China wieder stärker in den Fokus der Kapitalmärkte. Auslöser war unter anderem ein umfassendes Konjunkturpaket Ende 2024, das gezielt auch den Aktienmarkt stützte. 2025 folgte eine deutliche Erholung der Kurse – begleitet von steigenden Kapitalzuflüssen. „Nach dreijähriger Baissephase wächst unter internationalen Anlegern wieder das Interesse an China“, sagt Yanxiu Gu, Portfoliomanagerin des ODDO BHF Equity Stars, die veränderte Stimmung. Treiber seien „eine verbesserte Liquidität und eine positivere Sicht auf chinesische Vermögenswerte“.

Für dich stellt sich damit eine zentrale Frage: Bin ich ausreichend an dieser Entwicklung beteiligt?

China wächst – im Portfolio oft unterrepräsentiert

China zählt längst zu den dominierenden Volkswirtschaften der Welt. Kaufkraftbereinigt liegt das Land bereits vorne, und langfristig könnte es rund 20 bis 25 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung ausmachen. Im Portfolio vieler ETF-Anleger spiegelt sich diese Bedeutung jedoch nur eingeschränkt wider. In einem klassischen 70:30-Portfolio aus Industrie- und Schwellenländer-ETF liegt der China-Anteil meist nur bei etwa sieben bis neun Prozent. Zwar stellt China rund 25 bis 30 Prozent in Schwellenländer-Indizes, doch durch den hohen Anteil entwickelter Märkte relativiert sich das Gewicht deutlich. Damit entsteht eine klare Diskrepanz zwischen wirtschaftlicher Realität und tatsächlicher Portfolio-Allokation.

Technologieführerschaft als struktureller Treiber

Diese Lücke könnte künftig noch relevanter werden. Denn China entwickelt sich rasant zur Innovationsnation. „China treibt Innovationen voran – mit hohem Tempo und zu einem Bruchteil der Kosten der US-Technologieriesen“, so Gu.

Der technologische Fortschritt zeigt sich in vielen Bereichen, von Künstlicher Intelligenz bis hin zur Biotechnologie. Besonders dynamisch ist der Pharmasektor: „In der ersten Hälfte 2025 wurde etwa ein Drittel der weltweiten Arzneiinnovationen von Unternehmen in China lizenziert“, erklärt die Portfoliomanagerin.

Für Anleger bedeutet das: China ist nicht nur wirtschaftlich bedeutend, sondern zunehmend auch technologisch prägend.

Reicht ein Emerging-Markets-ETF?

Viele Anleger sind bereits über einen Schwellenländer-ETF in China investiert. Dieser Ansatz bietet eine breite Diversifikation und reduziert Klumpenrisiken, zumal Experten jetzt auf Schwellenländeraktien setzen. Der zentrale Markt dabei ist der chinesische. Gleichzeitig sieht Yanxiu Gu weiteres Potenzial: „Wir sehen weiterhin signifikantes Potenzial für Kapitalzuflüsse.“ Zudem sei die Regierung entschlossen, „die Finanzmärkte zu stärken“ und das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.

Tipp: Schau dir gleich unsere Empfehlungen für Schwellenländer-ETFs an.

Das spricht dafür, dass China auch künftig eine zentrale Rolle spielen dürfte – möglicherweise stärker, als es viele Portfolios aktuell widerspiegeln.

Wann eine Aufstockung sinnvoll sein kann

Wer diese Entwicklung gezielt abbilden möchte, kann über eine zusätzliche China-Position nachdenken. Damit lässt sich das Portfolio näher an die tatsächliche wirtschaftliche Bedeutung des Landes heranführen. Ein Beispiel ist der Xtrackers MSCI China UCITS ETF (WKN: DBX0G2), der einen direkten Zugang zum chinesischen Aktienmarkt bietet. Eine solche Beimischung erhöht allerdings auch die Abhängigkeit von einem einzelnen Markt und damit die Schwankungsanfälligkeit.

Transparenz als Schlüssel: der extraETF Portfolio Tracker

Gerade weil China häufig indirekt über mehrere ETFs im Portfolio enthalten ist, unterschätzen viele Anleger ihr tatsächliches Exposure. Der extraETF Portfolio Tracker schafft hier Klarheit. Er zeigt detailliert, wie hoch der China-Anteil im Gesamtportfolio ist und wie er sich zusammensetzt. So können Anleger fundiert entscheiden, ob sie ihre Gewichtung beibehalten oder gezielt anpassen möchten.

Zwischen Aufholpotenzial und bewusster Gewichtung

China gewinnt wirtschaftlich und technologisch weiter an Bedeutung. Gleichzeitig ist das Land in vielen ETF-Portfolios deutlich geringer gewichtet als sein Anteil an der Weltwirtschaft. Die Einschätzungen von Yanxiu Gu deuten darauf hin, dass dieser Aufholprozess noch nicht abgeschlossen ist. Für Anleger ergibt sich daraus eine zentrale Frage: Reicht die bestehende Allokation – oder ist eine gezielte Aufstockung sinnvoll? Wer diese Entscheidung bewusst trifft und den Überblick behält, kann die Chancen besser nutzen – und genau dabei unterstützt der extraETF Portfolio Tracker.