13. Juni 2026
WM 2026: Warum deutsche Fans in Mexiko am meisten für ihr Geld bekommen

WM 2026: Warum deutsche Fans in Mexiko am meisten für ihr Geld bekommen

USA, Kanada oder Mexiko? Eine Analyse zeigt, in welchem Gastgeberland die WM 2026 für deutsche Fußball-Fans am günstigsten wird.

Für die deutsche Fußballnationalmannschaft gilt es jetzt, in die KO-Runde vorzurücken. Die Chancen, den Pokal ins Land zu holen, schätzt Goldman Sachs mit 4,5 Prozent ein. Erfahre, wem sie den WM-Titel am ehesten zutrauen. Am 19. Juli werden wir erfahren, wer neuer Weltmeister ist. Klar ist jetzt schon: Erstmals findet das Turnier gleichzeitig in drei Ländern statt. Gastgeber sind damit USA, Kanada und Mexiko. Für deutsche Fans bedeutet das mehr Reisemöglichkeiten – aber auch erhebliche Unterschiede bei den Kosten.

Denn ob die WM-Reise das Budget sprengt, hängt nicht allein vom Flugticket ab. Wechselkurse, Hotelpreise, Mobilität, Verpflegung und sogar die Trinkgeldkultur können die Gesamtausgaben massiv beeinflussen. Genau das hat eine Analyse des Online-Brokers XTB untersucht. Das Ergebnis: Mexiko bietet deutschen Fans das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Peso als entscheidender Vorteil bei der WM 2026

Ein wesentlicher Grund liegt im Wechselkurs. Während der Euro gegenüber dem US-Dollar und dem kanadischen Dollar zuletzt eher neutral bis leicht schwach notierte, profitieren Reisende in Mexiko von einer deutlich höheren Kaufkraft. Zu WM-Beginnt entspricht ein Euro rund 20,17 mexikanischen Peso. Dadurch werden viele alltägliche Ausgaben für europäische Besucher spürbar günstiger. Für XTB-Analyst Jens Klag ist das der entscheidende Hebel: „Der Peso ist aus Sicht deutscher Fans klar der größte Hebel.“ Nahezu alle täglichen Ausgaben seien dadurch günstiger als in den beiden nordamerikanischen Nachbarländern.

Flugpreise ähnlich, vor Ort zeigen sich die Unterschiede

Bei der Anreise liegen die Gastgeberländer noch relativ nah beieinander. Für Hin- und Rückflüge aus Deutschland müssen Fans typischerweise zwischen 550 und 950 Euro einplanen. Die eigentlichen Unterschiede zeigen sich jedoch erst vor Ort.

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Während der WM rechnen Experten bei Hotels und Ferienwohnungen mit Preisaufschlägen von 200 bis 300 Prozent gegenüber dem Normalniveau. Besonders teuer dürfte es in Metropolen wie New York, Los Angeles, Toronto oder Vancouver werden. Mexiko bleibt dagegen selbst während des Turniers vergleichsweise erschwinglich.

Mobilität: Die USA punkten mit Infrastruktur

Bei der Mobilität haben die USA einen Vorteil. Das dichte Netz an Inlandsflügen erleichtert es Fans, mehrere Spielorte miteinander zu kombinieren. Flüge zwischen den Austragungsorten kosten laut XTB im Schnitt 300 bis 400 US-Dollar, umgerechnet rund 250 bis 340 Euro pro Strecke. Hinzu kommen vergleichsweise günstige Kraftstoffpreise von lediglich 0,77 bis 0,85 Euro pro Liter.

In Kanada und Mexiko ist das Flugnetz weniger engmaschig. Dafür punktet insbesondere Mexiko mit günstigen Mietwagenpreisen. Fahrzeuge kosten dort inklusive Versicherung häufig nur 17 bis 45 Euro pro Tag, während in den USA und Kanada durchschnittlich 50 bis 68 Euro fällig werden.

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Klag fasst den Unterschied so zusammen: „Mexiko bietet den günstigsten Einstieg und Alltag, die USA haben die teuerste Mobilität an der Küste, aber dafür dank günstiger Flüge die besten Inlands-Optionen.“

Essen, Bier und Trinkgeld summieren sich

Besonders deutlich werden die Preisunterschiede bei den täglichen Ausgaben. Restaurants, Bars und Streetfood sind in Mexiko spürbar günstiger als in den USA oder Kanada. Das gilt auch für Getränke. Für einen halben Liter Bier vom Fass zahlen Besucher in Mexiko häufig lediglich 1,25 bis 2,50 Euro, während in den USA und Kanada rund fünf Euro üblich sind.

Für XTB-Analyst Jens Klag ist deshalb klar: „Beim täglichen Konsum ist Mexiko den USA und Kanada klar überlegen.“ Das gelte gleichermaßen für Restaurants, Bars und Streetfood-Angebote.

Hinzu kommt die Trinkgeldkultur. Während in den USA und Kanada Trinkgelder von 15 bis 20 Prozent vielerorts als selbstverständlich gelten, sind in Mexiko rund zehn Prozent üblich. Gerade bei längeren Aufenthalten kann das die Reisekasse spürbar entlasten.

Kostenvergleich pro Tag und einzelner Person bei der WM 2026

KategorieUSAKanadaMexiko
Unterkunftca. 220 bis 350 Euroca. 180 bis 300 Euroca. 80 bis 150 Euro
Essen und Trinkenca. 70 bis 110 Euroca. 60 bis 90 Euroca. 30 bis 50 Euro
Mobilitätca. 40 bis 70 Euroca. 30 bis 50 Euroca. 15 bis 30 Euro
Trinkgeldca. 15 bis 25 Euroca. 12 bis 20 Euroca. 5 bis 10 Euro
Gesamt (pro Tag)ca. 345 bis 555 Euroca. 280 bis 460 Euroca. 130 bis 240 Euro
Quelle: XTB

Mexiko ist der Preis-Leistungs-Sieger der WM 2026

Unter dem Strich ergibt sich ein eindeutiges Bild. Mexiko bietet deutschen Fans die höchste Kaufkraft, die günstigsten Unterkünfte und die niedrigsten Alltagskosten. Kanada landet im Mittelfeld, während die USA insbesondere in den großen Küstenstädten die teuerste Option darstellen. Für Fans mit mehreren Stadionbesuchen hat Klag deshalb einen konkreten Rat: „Ein sinnvoller Ansatz ist es, den Großteil der Zeit in Mexiko zu verbringen und gezielt einzelne Spiele in den USA oder Kanada zu besuchen.“

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Allerdings könnte die Rechnung bis zum Turnier noch beeinflusst werden. Steigende Energiepreise und geopolitische Spannungen verteuern Flüge, Transporte und touristische Dienstleistungen weltweit. Für Reisende bleibt eine frühzeitige Planung daher entscheidend. Wie Klag betont, seien geopolitische Entwicklungen ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor, da sie die gesamte Reisekette vom Flugticket bis zum Restaurantbesuch beeinflussen können.

Wer die WM 2026 live erleben und dabei möglichst viel Fußball für sein Geld bekommen möchte, dürfte nach den Ergebnissen der Analyse vor allem in Mexiko die besten Bedingungen vorfinden.