AKTIE IM FOKUS 2: Anleger machen bei Zalando Kasse - Schwache Quartalszahlen
(Neu: Kurse, Morgan Stanley, Details zu Jefferies, Charttechnik)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Gewinnmitnahmen nach enttäuschenden Quartalszahlen haben am Dienstag die zuletzt gut gelaufenen Aktien von Zalando (Profil) einbrechen lassen. Die Papiere des Online-Händlers sackten bis zum Mittag um mehr als 15 Prozent auf 24,67 Euro ab und bildeten damit das Schlusslicht im Dax <DE0008469008>. Der auf Rekordniveau notierende deutsche Leitindex legte zuletzt um 0,6 Prozent zu.
Zalando hatte im zweiten Quartal weniger Umsatz als erwartet erzielt und auch weniger als gedacht verdient. Die Prognose für das laufende Jahr konkretisierte das Management.
Analyst Luke Holbrook von der US-Bank Morgan Stanley hob unter anderem die Enttäuschung beim bereinigten operativen Ergebnis hervor. Noch wichtiger aber sei die schwächere Umsatzentwicklung, die Fragen hinsichtlich des langfristigen Kauf- und Bindungsverhaltens von Neukunden aufwerfen könnte.
Nach Einschätzung des Experten Frederick Wild vom Analysehaus Jefferies sind die Ergebnisse angesichts hoher Erwartungen durchwachsen ausgefallen. "Kritisch" sieht er in diesem Zusammenhang, dass das Wachstum des Bruttowarenwerts enttäuscht habe.
Von Jefferies hieß es zudem, dass wohl viele Anleger von Zalando auf weiter steigende Kurse gewettet hätten. Nach den enttäuschenden Quartalszahlen am Dienstag nun mangelte es offenbar an neuen Käufern am Markt; damit ging die Nachfrage abrupt zurück, was den Kursrutsch erklären kann.
Zudem sichern sich Optimisten am Markt oft mit Stopp-Loss-Verkaufsaufträgen gegen Kursverluste ab. Fällt der Kurs stark wie jetzt bei Zalando, kann es entsprechend zu einer Reihe von Verkaufsorders kommen, was die Papiere zusätzlich unter Druck setzen kann.
Die Aktien von Zalando sind seit Mitte Mai in der Spitze um 64 Prozent in die Höhe geschnellt. Mit dem Kursrutsch am Dienstag hat sich das Chartbild deutlich eingetrübt. So notierten die Papiere unter der 50-Tage-Durchschnittslinie, die den mittelfristigen Trend beschreibt. Unterstützung liefert derweil bereits seit Anfang Juni die viel beachtete 200-Tage-Linie als Maßstab für die langfristige Entwicklung./la/err/men