Themen-ETF: Die Flugzeugbranche befindet sich im Aufwand
Die Flugzeugbranche knüpft wieder an ihre Erfolge aus der Vor-Corona-Zeit an. Deswegen rückt jetzt ein Reise-ETF in den Fokus.
Der mit Abstand größte deutsche Flughafen erholt sich von der Pandemie-Zeit. Mit knapp 60 Millionen Passagieren im Vorjahr kann der Frankfurter Flughafen an seine Erfolgsgeschichte aus der Vor-Corona-Zeit zwar noch nicht ganz anschließen, dennoch ist eine klare Erholung zu verzeichnen. „Die Erholung am Main-Airport steht exemplarisch für eine ganze Branche. Es wird wieder geflogen. Nutzten 2019 laut dem internationalen Verband IATA rund 4,4 Milliarden Menschen ein Flugzeug, dürften es Schätzungen nach im kommenden Jahr rund 5,6 Milliarden Passagiere sein“, sagt Markus Zschaber, geschäftsführender Gesellschafter der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft Dr. Markus C. Zschaber mbH in Köln. Natürlich seien darunter viele Vielflieger, sodass am Ende die tatsächliche Zahl an verschiedenen Fluggästen geringer sei, doch das ändere nichts an der wachsenden Nachfrage nach Flugreisen.
Flugzeugbranche mit vollen Auftragsbüchern
Flugzeughersteller können sich vor Neubestellungen kaum noch retten. „Denn die Airlines stehen unter Zugzwang. Viele der derzeit am Himmel verkehrenden Maschinen haben die letzte Phase ihres Lebensalters erreicht. 2023 belief sich das Durchschnittsalter der Charterflugzeuge europäischer Airlines auf rund 17 Jahre, bei Frachtflugzeugen gar auf 24 Jahre. Im Schnitt werden Passagierflugzeuge aber in einem Alter von 25 bis 30 Jahren ausgemustert, bei Frachtflugzeugen liegt das Verfallsdatum bei 30 bis 40 Jahren“, berichtet Zschaber. Der Anschaffungsprozess benötigt häufig einige Jahre. „Möchte man ein Flugzeug in acht Jahren ausmustern, müssen sich die Airlines schon heute auf die Suche nach einer neuen Maschine machen“, so Zschaber.
Laut dem Experten werden zudem mehr Flugzeuge gebraucht. Der europäische Flugzeughersteller Airbus (WKN: 938914) gehe davon aus, dass sich der Bestand an Passagier- und Frachtmaschinen in den kommenden 20 Jahren auf mehr als 48.000 Stück mehr als verdoppeln werde. Dabei sei der Umstand, dass möglicherweise in naher Zukunft die Gesetzgeber die Airlines dazu zwingen werde, auf Flugzeuge umzusatteln, die mit klimaschonenden Treibstoffen betrieben werden, noch nicht berücksichtigt. „Trotz des intakten Umfelds kämpfen die großen Flugzeugbauer mit Problemen.
Tipp: Du interessierst dich für die Flugzeugbranche? Schau dir gleich unseren Seite Reise und Freizeit an. Danach solltest du auch einen Blick auf die allgemeine Themen-ETF-Seite werfen.
Bei Boeing (WKN: 850471) ist es die Qualität der Maschinen. Da fliegt schon mal eine Kabinentür aus dem Rahmen, Sauerstoffmasken funktionieren möglicherweise nicht richtig oder geplatzte Reifen sorgen für Notlandungen. Bei Airbus sind es die Produktionszahlen, die hinter den Erwartungen bleiben. Die vielen Aufträge können nicht alle bearbeitet werden. Was für ein Luxus“, so Zschaber. In der Mitverantwortung stehen hier die vielen Zulieferer, die nicht hinterherkommen. Am Aktienmarkt schaut man laut Zschaber deswegen auf Flugzeugbauer, die bisher keinen großen Namen haben, von der steigenden Nachfrage aber schon jetzt profitieren.
Ein Reise-ETF zur Beimischung
Wenn du auf das Comeback der Flugzeug- und damit im weiteren Sinne auf die Reise-Branche setzen möchtest, bieten sich entsprechende Themen-ETFs an. Ein solcher ist etwa der iShares STOXX Europe 600 Travel & Leisure UCITS ETF (DE) (WKN: A0H08S).
Autor Thomas Brummer
Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich.