21. Mai 2025

AKTIEN IM FOKUS: Rüstungsrally treibt Hensoldt und Rheinmetall auf Rekordstände

FRANKFURT (dpa-AFX) - Aktien aus dem Rüstungssektor kennen in dieser Woche nur den Weg nach oben. Während sich Rheinmetall (Profil) und Renk (Profil) seit Tagen schon von Rekord zu Rekord bewegen, folgte nun auch Hensoldt (Profil) mit einer Bestmarke. Nach einigen Monaten Pause übertraf der Radar-Spezialist den alten 81-Euro-Rekord aus dem März. In der Spitze wurden die Aktien 6,3 Prozent höher bei 82,30 Euro gehandelt.

Zuletzt ließ der Schwung bei Hensoldt dann aber wieder etwas nach: Das Plus verringerte sich auf gut 3 Prozent und die Aktie fiel damit wieder knapp unter die 80-Euro-Marke. Renk legten noch deutlicher um 6,7 Prozent zu. Zeitweise wurden sie erstmals in ihrer Geschichte über 70 Euro gehandelt. Bei Rheinmetall fiel das Plus mit 0,2 Prozent zuletzt knapp aus. Im Verlauf wurden die Aktien des deutschen Rüstungskonzerns aber erstmals zu 1.800 Euro gehandelt.

Dreh- und Angelpunkt der Rüstungsrally, wegen der sich Rheinmetall in diesem Jahr nochmals fast verdreifacht hat und Renk sogar bald vervierfacht, bleiben die Aussichten auf weiter anziehende Verteidigungsinvestitionen. Hensoldt hinkt diesen Entwicklungen aber noch etwas hinterher mit einem Jahresplus, das gut 130 Prozent beträgt.

Große Neuigkeiten im Ukraine-Krieg gab es am Mittwoch nicht. Analysten zeigen immer höhere Kursziele für die Branchenwerte. Am Mittwoch trug die Citigroup zur Hensoldt-Rally bei, indem sie ihr Kursziel mit 85 Euro an aktuelle Bewertungen anpasste und damit noch leichtes Kurspotenzial sieht, das im Bewertungsmodell aber nicht mehr für eine Kaufempfehlung reicht. Im dpa-AFX-Analyser gibt es derzeit kein höheres Kursziel.

Charles Armitage preist in seiner Studie ein, dass die deutschen Verteidigungsausgaben potenziell auf 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen werden. Er setzt damit relativ hoch an, denn der Berenberg-Experte George McWhirter war dieser Tage in einer Renk-Studie bis 2032 noch von 3,5 Prozent des BIP ausgegangen. Sollten die Ausgaben dieses Niveau erreichten, würde der faire Wert für Hensoldt laut Armitage bei 65 bis 71 Euro liegen. Eingepreist seien in der Aktie 4 bis 4,5 Prozent.

Armitage passt seine Erwartungen damit auf das Niveau an, das US-Präsident Donald Trump mittlerweile von den anderen Nato-Ländern einfordert. Der neue deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte sich zuletzt öffentlich hinter diese Forderung gestellt.

Um die gemeinsame Beschaffung von Rüstungsgütern zu fördern, haben sich die EU-Staaten auf ein neues Finanzierungsinstrument geeinigt. Über das Projekt sollen über den EU-Haushalt abgesicherte Darlehen von bis zu 150 Milliarden Euro bereitgestellt werden.

Europäische Rüstungswerte profitieren schon lange davon, dass der Rückhalt der USA für andere Nato-Länder unter US-Präsident Donald Trump nachlässt. Ein Ende des Kriegs ist derweil nicht absehbar, auch wenn Trump zuletzt sofortige Verhandlungen über eine Waffenruhe in Aussicht gestellt hatte./tih/ag/jha/