18. Mai 2026

AKTIE IM FOKUS 2: Rheinmetall mit Erholungsversuch nach Citigroup-Kaufempfehlung

(Aktualisierung: neue Details zum Iran-Krieg, Kursentwicklung)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Für die zuletzt unter Druck stehenden Rheinmetall (Profil)-Aktien geht es am Montag nach oben. Nachdem sie jüngst nahe der 1.100-Euro-Schwelle den tiefsten Stand seit einem Jahr erreicht hatten, legten sie am Nachmittag um 4,5 Prozent zu und waren damit stärkster Wert im Dax <DE0008469008>. Citigroup empfahl die Aktien wieder zu kaufen, nachdem diese vom Rekord etwa 45 Prozent eingebüßt hatten.

Für zusätzlichen Rückenwind im Gesamtmarkt sorgten Meldungen, wonach im Iran-Krieg weitere Lösungsideen ausgetauscht werden. Unter anderem soll die US-Seite iranischen Medien zufolge dazu bereit sein, Ölsanktionen gegen Teheran vorübergehend zu lockern. Dies gilt als zentrale Forderung des Iran, um einem Friedensabkommen zuzustimmen und die Straße von Hormus zu öffnen.

Das Sektorumfeld war daraufhin freundlich: Im Schlepptau von Rheinmetall ging es unter den deutschen Sektorwerten im MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen für Renk (Profil) um 1,8 Prozent nach oben. TKMS (Profil) legten um ein Prozent zu, die Aktien von Hensoldt (Profil) stiegen um 0,4 Prozent. Von der Citigroup auf "Neutral" hochgestuft wurden außerdem Saab (Profil), die in Stockholm um zwei Prozent zulegten.

Citigroup-Experte Charles Armitage geht davon aus, dass die jüngsten Kursrückgänge im gesamten Sektor maßgeblich von der Hoffnung auf ein Friedensabkommen in der Ukraine geprägt waren - nebst Bedenken über die Finanzierung steigender Verteidigungsausgaben in Europa. Beide Argumente seien nachvollziehbar, aber seiner Ansicht nach übertrieben.

Der Krieg wird derzeit in einer Sackgasse gesehen. Russland und die Ukraine überzogen sich nach der jüngsten Waffenruhe zuletzt wieder gegenseitig massiv mit Luftangriffen. In der Nacht auf Sonntag hatte die Ukraine russischen Angaben zufolge heftige Angriffe auf die Region Moskau gestartet. Russland hat die massiven ukrainischen Drohnenattacken in der Nacht mit Gegenangriffen beantwortet.

Armitage sieht Russland auch im Falle eines Kriegsendes in der Ukraine als Bedrohung für Europa. Schweden und Deutschland zählten dann zu den wenigen Ländern in Europa, die ihre Kreditaufnahme erhöhen könnten, um Mehrausgaben für die Verteidigung zu finanzieren. Andere Länder seien finanziell stärker eingeschränkt und wären zu weniger populären Schritten wie etwa Steuererhöhungen oder Einsparungen gezwungen./tih/ag/niw/he