Interview – extraETF – Alles über ETFs https://extraetf.com Geldanlage mit ETFs Fri, 17 Apr 2026 03:00:00 +0200 de-DE hourly 1 GN Publisher v1.0.8 https://wordpress.org/plugins/gn-publisher/ https://extraetf.com/assets/icons/icon-512x512.png Interview – extraETF – Alles über ETFs https://extraetf.com 32 32 „Unsere aktiven ETFs sollen eine kontinuierliche Mehrrendite liefern“ https://extraetf.com/news/interview/unsere-aktiven-etfs-sollen-eine-kontinuierliche-mehrrendite-liefern/ Sat, 02 Aug 2025 06:00:00 +0000 https://extraetf.com/?p=131120 Aktive ETFs sind im Kommen. Seit Mai 2025 mischt auch Xtrackers mit. Wir haben dazu mit Olivier Souliac, Head of Indexing bei DWS Xtrackers, gesprochen.

Aktive ETFs liegen bei vielen Anbietern voll im Trend. Wie erklären Sie sich das?

Der Trend zu aktiven ETFs geht von den USA aus. Dort wuchs das Bedürfnis von Asset Managern, ihre aktiven Anlagestrategien auch in einer kosteneffizienten „Verpackung“, wie sie ein ETF darstellt, anbieten zu können. Das spielt in Europa auch eine Rolle, aber es kommt ein zweiter Faktor hinzu: ETFs haben bei uns gewissermaßen das Investieren standardisiert. Viele professionelle Anleger verwenden mittlerweile die gleichen Benchmarks für ihre strategische Asset Allocation. Und das eröffnet nun den Raum für aktive ETFs. Denn Vermögensverwalter werden am Ende dafür bezahlt, dass sie einen gewissen Mehrwert in der Selektion der ETFs schaffen. Unsere Kunden suchen deshalb verstärkt nach Produkten, mit denen sich innerhalb eines ETF-Portfolios Alpha generieren, also eine Mehrrendite erzielen lässt.

Wie definieren Sie das Wort „aktiv“?

Es gibt einen wichtigen Unterschied, ob wir über einen klassischen Investmentfonds sprechen oder einen aktiven ETF. Bei einem klassischen Fonds vertraue ich dem Fondsmanagement Geld an in der Erwartung, dass es gut verwaltet wird und idealerweise eine attraktive Rendite für mein Risikoprofil erzielt. Wie das Fondsmanagement das macht – ob es in viele Titel investiert oder sehr ausgewählt -, ist seine Sache. Bei vielen aktiven ETFs in Europa geht es derzeit überhaupt nicht um die Frage, ob in den Markt investiert wird oder nicht. Sie investieren auf jeden Fall in den Markt. Aber die Anleger vertrauen darauf, dass solche ETFs besser abschneiden. Wir nennen solche Produkte Enhanced Active ETFs.

Tipp: Aktive ETFs sind wohl der große Trend des Jahres 2025. Lies dir also gleich unsere Studie zu aktiven ETFs durch.

Wie kommen die Entscheidungsprozesse bei aktiven ETFs zustande? Wie ist der Ablauf, dass ein Alpha herauskommen kann?

Bei einigen Anbietern sehen wir Research-basierte Ansätze. Das bedeutet: Analysten, die sowieso für die aktive Sparte eines Asset Managers arbeiten, stellen ihre Einblicke hinsichtlich einer künftigen Outperformance von Aktien innerhalb eines Sektors oder einer Region zur Verfügung, um Alphapotenzial für den ETF zu schaffen.

Kommen wir zu den neuen aktiven ETFs aus Ihrem Haus. In welche Märkte investieren sie und wie erfolgt dort die Titelauswahl?

Unsere Xtrackers Enhanced Active ETFs bilden die Entwicklung von globalen, europäischen und US-Aktienindizes ab. Die drei Strategien sollen eine kontinuierliche Mehrrendite gegenüber den jeweiligen Vergleichsbarometern liefern, zugleich aber die Risiken im Zaum halten. Die Abweichung vom Vergleichsindex – gemessen am sogenannten Tracking Error – sollte annualisiert zwischen 0,9 und 1,5 Prozentpunkten liegen. Mit den Produkten verfolgen wir keinen Research-basierten Ansatz, sondern eine quantitative Strategie, die sich auf eine Vielzahl an Fundamentaldaten stützt.

Was sind das für Daten?

Das sind Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, die Gewinnentwicklung, der Verschuldungsgrad und viele weitere. Bei jedem Unternehmen haben wir mehr als 200 Faktoren im Blick und beziehen diese in die Analyse mit ein. Der Ansatz kommt von unserem quantitativen Investmentteam bei der DWS und wurde vor mehr als 20 Jahren gestartet. Die Strategien richten sich vor allem an institutionelle Investoren und kamen bisher bei Mandaten oder bei Fonds für professionelle Anleger zum Einsatz.

Spielen auch Stilfaktoren wie Momentum oder Value eine Rolle?

Für jedes Unternehmen, für jeden Sektor schauen wir, welche einzelnen der 200 Faktoren für die Wertentwicklung der Aktien in dieser Kategorie tatsächlich verantwortlich waren. Manchmal spricht man von Momentum. Manchmal ist es eine Neubewertung, weil sich die Zinssituation ändert oder es Inflationsbefürchtungen gibt. Plötzlich sind es eher Value-Faktoren, die einige Sektoren wie beispielsweise Versorger treiben. Im Moment ist Value bei Aktien im Gesundheitswesen ein Thema. Bei Finanztiteln spielte jüngst die Profitabilität eine wichtige Rolle.

Sie sind mit Ihren aktiven ETFs im Mai an den Start gegangen. Ist das aktuell eine gute Zeit, um zu zeigen, dass das Konzept aufgeht?

Die Märkte sind derzeit sehr schwankungsanfällig. Und das macht es natürlich spannend. Denn volatile Märkte bedeuten auch eine größere Gefahr, dass eine aktive Strategie zu Ergebnissen führt, die weiter vom Index abweichen als geplant. Dieser Gefahr sind sich meine Kollegen allerdings bewusst, und das Risiko wird bei solchen Strategien modelltechnisch im Griff behalten.

Gibt es Sektoren oder Länder, die in einem der aktiven ETFs gerade ein höheres Gewicht haben?

Die Strategie der aktiven ETFs basiert rein auf fundamentaler Aktienselektion und verfolgt keine aktive Steuerung von Sektor- oder Länderallokationen. Zur Wahrung der Flexibilität in der Portfoliokonstruktion besteht nur ein enger Spielraum gegenüber der Benchmark von weniger als zwei Prozent.

Wie ist das bei Ihrem USA-ETF? Wie gehen Sie mit dem Klumpenrisiko der Tech-Branche um?

Da gibt es beim Xtrackers US Equity Enhanced Active ETF auch nur sehr begrenzte Möglichkeiten. Der Manager eines aktiven Fonds könnte die entsprechenden Tech-Unternehmen deutlich geringer gewichten, wenn er ein zu hohes Risiko sieht. Unser Enhanced Active ETF wird dies nicht tun, da er damit zu weit von seiner Benchmark abweichen und sein Ziel verfehlen würde, im Markt investiert zu sein.

Eine Frage zum Alpha – also der Outperformance. Wie wird das bei den aktiven Xtrackers-ETFs definiert, oder was würden Sie als Erfolg ansehen?

Ob die Produkte erfolgreich sind und Mehrwert für die Anleger schaffen, ist bei diesen Produkten relativ einfach zu sehen. Da gibt es nicht viel zu diskutieren, denn man hat ja eine Benchmark, die bekannt und transparent ist. Unsere ETFs benutzen als Grundlage eine Strategie, die seit dem Start vor mehr als 20 Jahren im Schnitt eine jährliche Outperformance von 100 Basispunkten erbracht hat. Das mag nach nicht viel klingen, aber bedenken Sie, dass die Strategie so ausgelegt ist, dass sie nur geringe Abweichungen von ihrer jeweiligen Benchmark aufweist. Der aktive Teil bezieht sich also auf die Erzielung einer Outperformance innerhalb sehr eng gesetzter Risikoparameter.

Sie haben davon gesprochen, dass sich die quantitativen Strategien, die den ETFs zugrunde liegen, vor allem an institutionelle Investoren richten. Sind die Produkte für Privatanleger also uninteressant?

Das würde ich nicht sagen. Viele ETFs sind historisch betrachtet vorrangig an den Bedürfnissen institutioneller Kunden ausgerichtet. Das beinhaltet traditionelle World-ETFs, die bei Privatkunden mittlerweile auch sehr populär sind. Für beide Anlegergruppen eignen sich solche ETFs also als Kernbausteine in einem Portfolio. Genauso dürften Selbstentscheider unter den Privatkunden auch ETFs mit „Enhanced“-Ansätzen spannend finden. Denn mit ihnen können sie ihr Portfolio um Bausteine jenseits der Standardbarometer wie S&P 500 oder Euro Stoxx 50 ergänzen. Seit Anfang des Jahres können wir beobachten, dass quantitative Strategien – ob im ETF-Mantel oder nicht – auch von immer mehr Privatkunden nachgefragt werden. Offenbar werden die Vorteile dieser Strategien auch für diese Kundengruppe zunehmend wichtiger.

Anmerkung: Nachfolgend zeigen wir dir, wie ein weiterer Anbieter aktiver ETFs vorgeht.

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„Es würde nicht überraschen, in diesem Jahr 150.000 Dollar beim Bitcoin zu sehen“ https://extraetf.com/news/interview/es-wuerde-nicht-ueberraschen-in-diesem-jahr-die-150-000-beim-bitcoin-zu-sehen/ Mon, 28 Jul 2025 06:00:16 +0000 https://extraetf.com/?p=129358 Große Player drängen in den Bitcoin. Wird der Markt jetzt unterwandert? Antworten von Bernhard Wenger, Leiter für Nordeuropa bei 21Shares.

Unter den größten Bitcoin-Haltern finden sich mittlerweile fast nur noch große Gesellschaften, wie Blackrock, Micro Strategy oder Fidelity. Unterwandern die Großen den Bitcoin-Sektor?

Immer mehr große institutionelle Anleger wie Blackrock und Fidelity steigen derzeit massiv in Bitcoin ein – vor allem, um ihren eigenen Investoren über hauseigene Produkte den Zugang zu diesem Asset zu ermöglichen. Micro Strategy gilt dabei als Vorreiter unter den Unternehmen, die gezielt Bitcoin in ihre Bilanz aufnehmen, um sowohl den Unternehmenswert zu steigern als auch direkt vom Kursanstieg zu profitieren. Dieser Trend spiegelt die wachsende Anerkennung von Bitcoin als krisenresistentes und makroökonomisch relevantes Asset wider – oft als digitales Gold bezeichnet. In Zeiten geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheit überzeugt Bitcoin durch seine langfristig sinkende Volatilität, seine programmierte Knappheit und seine Unabhängigkeit von staatlicher Einflussnahme.

Bitcoin im Portfolio? Wie groß soll der Anteil sein? Wie entwickeln sich Risiko, Rendite und wie hoch war der Maximalverlust? Alles zum Thema Krypto im ETF-Portfolio.

Trotz dieser zunehmenden Institutionalisierung bleibt Bitcoin ein offenes, dezentrales System. Und auch Kleinanleger können weiterhin zu denselben Bedingungen investieren – unabhängig von der Höhe ihres Kapitals. Die wachsende Beteiligung großer Akteure bedeutet nicht das Ende der Teilhabe, sondern markiert vielmehr den nächsten Reifeschritt eines digitalen Assets mit globaler Bedeutung.

Vor allem bei Blackrock lässt sich ein bemerkenswerter Sinneswandel feststellen. Wie erklären Sie sich, dass der größte Vermögensverwalter der Welt seit einiger Zeit massiv auf Bitcoin setzt?

Der Sinneswandel bei Blackrock ist Ausdruck eines strukturellen Wandels im Finanzsystem und eines strategischen Kalküls. Noch vor wenigen Jahren galt Bitcoin in vielen institutionellen Kreisen als zu volatil und schwer einschätzbar. Heute jedoch wird es zunehmend als digitaler Wertspeicher betrachtet – mit dem Potenzial, in bestimmten Marktphasen als Absicherung zu dienen. 

Die besten Kryptobroker: Auf der Suche nach einem Kryptobroker? Wir helfen dir und geben Orientierung mit unserem Krypto-Broker-Vergleich.

Blackrock reagiert auf zwei wesentliche Entwicklungen: Zum einen steigt die Nachfrage von institutionellen Investoren nach regulierten Zugängen zu digitalen Assets. Zum anderen zeigen Analysen, dass eine gezielte Allokation in Bitcoin das Risiko/Rendite-Profil eines Portfolios verbessern kann – durch Diversifikation und geringe Korrelation zu traditionellen Anlageklassen. 

Tipp: In der Extra-Magazin-Ausgabe 4/2025 sahen wir uns an, ob Bitcoin als sicherer Hafen taugt. Hier geht es zum Shop.

Der Launch des US-ETFs ist daher Ausdruck einer langfristigen Strategie: Blackrock positioniert sich frühzeitig in einem wachsenden Marktsegment, um einerseits den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden und andererseits aktiv an der Gestaltung künftiger Marktstandards teilzunehmen. 

Eine Entwicklung, die wir bei 21Shares bereits 2018 als Pionier erkannt und mitgestaltet haben. Derzeit können Investoren bei uns aus über 50 ETPs im Crypto-Bereich auswählen.

Blackrock-Chef Larry Fink scheint mittlerweile vom Bitcoin überzeugt zu sein. Cathie Wood sieht den Bitcoin 2030 sogar bei 1,5 Millionen US-Dollar. Warren Buffett kann im Bitcoin keinen echten Wert erkennen. Wie stehen Sie zu solchen extremen Prognosen? 

Sicherlich ist Bitcoin – wie die gesamte Krypto-Branche – noch eine junge Anlageklasse, die durch starke Kursbewegungen und technologische Besonderheiten polarisiert. Der Wert liegt aber gerade in seinen einzigartigen Eigenschaften: digitale Knappheit, Dezentralität, Zensurresistenz und globale Übertragbarkeit. Natürlich steht es Persönlichkeiten wie Cathie Wood oder Warren Buffett frei, unterschiedliche Einschätzungen zuhaben. 

Tipp: André Dragosch, Leiter Research bei Bitwise in Europa, über den alten und neuen sicheren Hafen.

Es gibt unserer Meinung die verschiedensten Möglichkeiten Bitcoin zu bewerten, wie zum Beispiel im relativen Verhältnis zur Marktkapitalisierung von Gold. 

Wie lautet denn Ihre Prognose für den Bitcoin bis 2030? 

Prognosen sind immer schwierig – vor allem wenn sie die Zukunft in fünf Jahren betreffen. Wir sind aber optimistisch, dass sich der Bitcoin – bestimmt durch die positiven Entwicklungen der letzten Jahre und Monate – noch weiter etablieren wird, und wir sind überzeugt, dass sich dies auch im Kurs widerspiegeln wird. Es würde mich nicht überraschen, wenn wir in diesem Jahr noch die 150.000 sehen würden. 

Ist Bitcoin tatsächlich die einzig tragfähige Alternative zum konventionellen Kapitalmarkt oder beginnt jetzt die Zeit der Differenzierung? 

Bitcoin bleibt als digitales, knappes und dezentrales Wertaufbewahrungsmittel einzigartig – etwa im Sinne eines „digitalen Golds“. Doch der Markt entwickelt sich weiter: Immer mehr Anleger interessieren sich für unterschiedliche Krypto-Assets mit spezifischen Anwendungsfällen, sei es in digitaler Infrastruktur, DeFi oder Tokenisierung. Produkte wie der 21Shares Bytetree BOLD ETP (WKN: A3GYXW), der Bitcoin mit Gold kombiniert, zeigen außerdem, wie vielfältig die strategische Allokation heute schon aussehen kann – mit Nutzung des „alten“ und „neuen“ Goldes gleichermaßen. Die Zeit der Differenzierung hat längst begonnen. 

Eine Alternative zum Bitcoin könnte Solana sein. Immer wieder machen Gerüchte die Runde, dass es hierzu bald einen ETF geben könnte. Ist das so und würde das die Nachfrage nach Solana spürbar vorantreiben?

Ein möglicher Solana-ETF wird derzeit aufgrund der diversen Filings natürlich diskutiert, regulatorische Entwicklungen sind jedoch schwer vorhersehbar. Ein ETF in den USA würde institutionelles Kapital anziehen und die Sichtbarkeit signifikant erhöhen. Solana überzeugt bereits heute durch extrem schnelle Transaktionen, minimale Gebühren und ein wachsendes Ökosystem. Unser letzter State of Crypto-Bericht zeigt, dass Solana zunehmend zur Infrastruktur für reale Anwendungen wird – das macht die Blockchain für Investoren besonders interessant, auch unabhängig von einem ETF. Für europäische Investoren haben wir ja auch schon eine etablierte ETP-Lösung mit attraktivem Staking Yield zur Verfügung. 

Solana verbindet man häufig mit Meme Coins. Doch steckt mehr dahinter als ein paar „Spaß-Coins“?

Definitiv. Auch wenn Solana durch Meme-Coins und gewisse Hypes medial viel Aufmerksamkeit bekommt, steckt technologisch weit mehr dahinter. Solana ist eine der leistungsstärksten Layer-1-Blockchains mit extrem hoher Transaktionsgeschwindigkeit und sehr niedrigen Kosten – Eigenschaften, die sie besonders attraktiv für Anwendungen in den Bereichen DeFi, Gaming, Payments und tokenisierte Assets machen. 

Die innovative Architektur, insbesondere der Proof-of-History-Ansatz, sorgt für Effizienz und Skalierbarkeit. Das zieht zunehmend auch etablierte Unternehmen an: So nutzen unter anderem Visa und Shopify die Solana-Blockchain für Zahlungsabwicklungen bzw. Blockchain-basierte Integrationen. Auch große Stablecoin-Anbieter wie Circle (USDC) setzen auf Solana, weil Geschwindigkeit und Kostenstruktur für reale Anwendungsfälle entscheidend sind. 

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„Bis zum Renteneintritt kann mit dem Kinderdepot eine Million Euro zusammenkommen“ https://extraetf.com/news/interview/bis-zum-renteneintritt-kann-eine-million-euro-zusammenkommen/ Mon, 14 Jul 2025 06:00:00 +0000 https://extraetf.com/?p=130042 Mit einem Kinderdepot lässt sich früh für das Alter vorsorgen. Ein Gespräch mit Julian Collins, Direktor Wachstum & General Manager Internationale Märkte bei Trade Republic.

Was war die Motivation hinter der Einführung des Kinderdepots, und wie unterscheidet es sich von klassischen Sparformen für Kinder?

Der demografische Wandel gefährdet unser Rentensystem: Immer mehr Menschen beziehen Rente, während immer weniger junge Menschen in die Rentenkassen einzahlen. Diese Entwicklung wird unsere Kinder noch stärker treffen als uns selbst. Sie können sich langfristig nicht mehr auf das heutige Rentensystem verlassen.

Private Altersvorsorge wird daher zur Notwendigkeit und je früher man beginnt, desto größer der Effekt. Die Zeit am Markt ist der entscheidende Hebel für den Zinseszinseffekt – genau hier setzt das Kinderdepot an.

Wer früh mit dem Sparen beginnt, profitiert vom langfristigen Wachstum der Kapitalmärkte. Legt man ab Geburt monatlich 100 Euro an und erzielt im Schnitt sieben Prozent Rendite pro Jahr, stehen dem Kind zum 18. Geburtstag bereits über 43.000 Euro zur Verfügung. Zur Einordnung : Der MSCI World hat in den letzten 20 Jahren im Schnitt acht bis neun Prozent jährlich erwirtschaftet. Lässt man das Vermögen danach einfach weiter investiert – ohne neue Einzahlungen – kann bis zum Rentenalter deutlich über 1.000.000 Euro zusammenkommen.

Hier geht es zum Kinderdepot von Trade Republic.

Welche konkreten Vorteile bietet das Kinderdepot gegenüber einem herkömmlichen ETF-Depot, insbesondere im Hinblick auf Gebühren und Steuervorteile?

Unser Anspruch ist es, das beste und einfachste Produkt für den langfristigen Vermögensaufbau von Kindern zu bieten, ohne Hürden und ohne Gebühren. Das Kinderdepot bietet insbesondere drei Vorteile:

1) Steuervorteile: Pro Kind können Eltern jährlich über 13.000 Euro steuerfrei investieren – durch Kombination von Sparerpauschbetrag und Grundfreibetrag. Diese Vorteile würden entfallen, wenn im Namen der Eltern gespart wird.

2) Trade Republic Kindergeld: Die Fondskosten ausgewählter Vanguard ETFs – z. B. des FTSE All World – werden automatisch gutgeschrieben und reinvestiert, bis das Kind 18 Jahre alt ist.

3) Sparpaten Funktion: Familie und Freunde können als Sparpaten einfach per Lastschrift zum Sparen beitragen, regelmäßig oder einmalig.

Wie funktioniert das „Trade Republic Kindergeld“ genau, und welche ETFs sind aktuell für diese Rückerstattung qualifiziert?

Beim Trade Republic Kindergeld übernehmen wir die laufenden Produktkosten ausgewählter Vanguard ETFs – jeden Monat bis zum 18. Geburtstag. Diese Rückerstattung wird automatisch wieder investiert. Aktuell profitieren u. a. folgende ETFs: FTSE All World, Vanguard ESG Global All Cap und Vanguard LifeStrategy 80. So fließt jeder Euro zu 100 Prozent in den Vermögensaufbau des Kindes.

Aktions-ETFs für das Kinderdepot

ETFWKN
Vanguard FTSE All WorldA2PKXG
Vanguard ESG Global All CapA2QL8U
Vanguard LifeStrategy 80A2P7TF
Quelle: Trade Republic

Wie kam es zur Kooperation/zur Entscheidung für Vanguard?

Vanguard ist ein starker Partner mit globaler Expertise und einem ausgezeichneten ETF-Angebot. Die ausgewählten Produkte passen perfekt zu unseren Anforderungen: große Fondsvolumina und ein starker Fokus auf die langfristige und möglichst günstige Vermögensbildung.

Wie sicher ist das Geld im Kinderdepot? Welche Schutzmechanismen greifen im Fall einer Insolvenz von Trade Republic?

Trade Republic ist eine regulierte deutsche Vollbank. Das Kinderdepot unterliegt denselben Schutzmechanismen wie das klassische Depot. Einlagen werden bei Partnerbanken wie der Deutschen Bank oder J.P. Morgan gehalten. Dort sind sie mit bis zu 100.000 Euro pro Kunde durch die europäische Einlagensicherung geschützt. Bei höheren Beträgen wird in Geldmarktfonds weiter diversifiziert. Wertpapiere wie ETFs oder Geldmarktfonds gehören zum Sondervermögen. Sie sind getrennt vom Vermögen der Bank und im Insolvenzfall vollständig abgesichert.

Können Eltern das Depot flexibel anpassen, z. B. bei veränderten finanziellen Situationen oder Anlagezielen?

Ja, jederzeit und ohne zusätzliche Kosten. Die Sparrate kann ganz flexibel angepasst, pausiert oder erhöht werden, je nach Lebenssituation.

Wie funktioniert die Sparpaten-Funktion, und welche Möglichkeiten gibt es für Großeltern, Tanten oder Freunde, sich aktiv am Vermögensaufbau zu beteiligen?

Über die Sparpaten-Funktion können Familie und Freunde regelmäßig oder einmalig beitragen. Die Beiträge werden dem Kinderdepot gutgeschrieben und können im Konto verbleiben, wo wir sie mit dem Einlagenzins der EZB verzinsen, oder automatisch per Sparplan in ETFs investiert werden. Jeder Sparpate kann gemeinsam mit den Eltern entscheiden, welche Option am besten passt.

Ab wann und wie können Kinder selbst Zugriff auf ihr Depot erhalten?

Ab dem 18. Geburtstag wird das Depot automatisch auf das Kind übertragen – ab dann kann es selbst darüber verfügen.

Wird das Kinderdepot künftig mit der Frühstart-Rente der Bundesregierung verknüpft?

Durch unsere eigene Bahninfrastruktur haben wir maximale Flexibilität, Produkte entsprechend der Erfordernisse zu gestalten und gehen fest davon aus, dass wir die Frühstartrente in unsere Kinderdepots integrieren können, sobald die konkrete Ausgestaltung feststeht. Wir sind jedenfalls gut vorbereitet.

Welche Tipps geben Sie Eltern, die neu an der Börse sind und für ihre Kinder anlegen möchten?

Ich habe vor allem drei Tipps. Erstens: Früh anfangen. Der Anlagezeitraum ist der größte Hebel – je früher, desto besser. Zweitens: Einfach halten. Ein breit gestreuter ETF-Sparplan reicht völlig aus, kein aktives Handeln nötig. Drittens: Gemeinsam sparen. Beiträge von Großeltern, Paten oder Freunden – ob regelmäßig oder zu besonderen Anlässen – können langfristig einen großen Unterschied machen.

Tipp: Mit dem extraETF Portfolio Tracker kannst du deine Investments analysieren und dein Vermögen an einem Ort überwachen – einfach, schnell und sicher.

Wie richten Eltern das Kinderdepot ein? Einmal für den Fall, dass bereits ein Elternteil Kunde bei Trade Republic ist und einmal für den Fall, dass die Eltern selbst noch keine Trade Republic Kunden sind?

Die Eröffnung ist komplett digital und in wenigen Minuten erledigt. Bestehende Kunden können das Kinderdepot direkt in der App eröffnen. Neue Kunden registrieren sich in der App und folgen dann dem Prozess.

Benötigt werden:

– Die Geburtsurkunde des Kindes

– Die Zustimmung des zweiten Elternteils, sofern kein alleiniges Sorgerecht vorliegt (dies erfolgt ebenfalls über die App)

Für jedes Kind kann ein separates Depot eröffnet werden.

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„Der MSCI Europe notiert mit Abschlag von 30 Prozent gegenüber dem MSCI USA“ https://extraetf.com/news/interview/der-msci-europe-notiert-mit-abschlag-von-30-prozent-gegenueber-dem-msci-usa/ Mon, 07 Jul 2025 06:00:00 +0000 https://extraetf.com/?p=129366 Verkehrte Welt? Europa-Aktien steigen, US-Titel fallen. Wie ist es um europäische Aktien bestellt, Ben Leyland, Senior Fund Manager des JOHCM Global Opportunities Fund bei J O Hambro?

In einem von geopolitischen Spannungen und Handelskonflikten geprägten Umfeld erleben europäische Aktien ein bemerkenswertes Comeback. Was sind die Gründe dafür?

Ein wesentlicher Treiber für die Outperformance europäischer Aktien im laufenden Jahr ist die Reaktion Deutschlands auf die geopolitischen Spannungen, speziell die Entscheidung für konjunkturbelebende Maßnahmen, da man erkannt hat, dass das exportorientierte Wirtschaftsmodell angepasst werden muss und mehr Eigenständigkeit erforderlich ist. Die Abkehr von Sparmaßnahmen und der Schuldenbremse hin zu umfangreichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung weckt Hoffnung, dass das BIP- und Gewinnwachstum mittelfristig anziehen könnten, insbesondere wenn man Multiplikatoreffekte beim Konsumverhalten und bei tieferen Kapitalmärkten berücksichtigt. Der Verteidigungssektor dürfte der sichtbarste Nutznießer sein, aber diese Entwicklungen werden einer Vielzahl von Unternehmen in den sogenannten „Realwirtschaftssektoren” wie Industrie, Rohstoffe und Infrastruktur zugutekommen, die einen recht großen Anteil an den europäischen Aktienindizes ausmachen.

Wie sieht es aktuelle mit der Bewertung des europäischen im Vergleich zum US-amerikanischen Aktienmarkt aus?

Auf Indexebene werden europäische Aktien seit vielen Jahren mit einem erheblichen Abschlag gegenüber US-Aktien gehandelt, was durch den Ausverkauf im vierten Quartal des vergangenen Jahres noch verstärkt wurde. Der MSCI Europe notierte im Dezember mit einem Abschlag von über 40 Prozent gegenüber dem MSCI USA. Diese Lücke hat sich teilweise geschlossen, beträgt aber weiterhin 30 Prozent bzw. nach Bereinigung um Unterschiede in der Indexzusammensetzung rund 20 Prozent. Wir halten dies nach wie vor für zu groß und glauben, dass sie die zu erwartende Beschleunigung des Gewinnwachstums nicht widerspiegelt.

Tipp: In der Extra-Magazin-Ausgabe 6/2025 werden wir uns ansehen, ob europäische Aktien jetzt spannend sind und ob man US-Aktien abstoßen sollte. Die Ausgabe erscheint Ende Juli. Hier geht es zum Shop.

Für Europa dürfte aktuell neben der Bewertung auch der fiskalpolitische Aspekt sprechen. Wie stehen Sie dazu?

Wir stimmen zu – fiskalische Impulse sind eine einschneidende Veränderung und könnten das Gewinnwachstum, das Aktienanleger mittel- bis langfristig in Europa erwarten, grundlegend verändern. Wir würden dabei deutlich zwischen Deutschland, das aus einer sehr soliden Bilanzposition heraus seine fiskalischen Impulse verstärken kann, und den USA unterscheiden, wo die Märkte allmählich erkennen, dass das Land nach vielen Jahren, in denen sie das „exorbitante Privileg” der Kontrolle über die Weltreservewährung genossen haben, in hohem Maße von ausländischen Finanzmitteln abhängig ist.

Was ist von der Zinsseite in Europa zu erwarten und welche Auswirkungen könnten sich daraus für die Börsen ergeben?

Die Zinsen in Europa sind seit dem letztem Jahr aufgrund der nachlassenden Inflation gesunken, bleiben jedoch in einem „normalen“ Bereich, der deutlich über dem Niveau der Null- oder Negativzinsen liegt. Mit Blick auf die Zukunft werden eindeutig die makroökonomischen Aussichten und die Entwicklung der Zölle einen wichtigen Einfluss auf die künftige Zinsentwicklung haben. Kurzfristig ist zu beachten, dass Zölle einen deflationären Nachfrageschock für die europäische Wirtschaft darstellen würden, auf den die typische Reaktion eine Zinssenkung wäre.

Tipp: Hier findest du unsere ETF-Empfehlungen für den europäischen Aktienmarkt.

Für die USA würden Zölle dagegen wahrscheinlich einen inflationsfördernden Angebotsschock bedeuten, der aus politischer Sicht schwerer zu bewältigen ist. Längerfristig erwarten wir, dass ein Zyklus von Kapitalinvestitionen und Infrastrukturerneuerungen in den kommenden zehn Jahren zu einer höheren durchschnittlichen Inflation und höheren Zinsen führen wird als in der Zeit nach der globalen Finanzkrise. Dies ist teilweise auf eine Veränderung des Verhältnisses zwischen Ersparnissen und Investitionen sowie auf eine Verschiebung der Kapitalströme zurückzuführen.

Weiter ist jedoch das Thema der Zölle noch nicht ganz geklärt. Wie schätzen Sie diesen Aspekt in Bezug auf den europäischen Aktienmarkt ein.

Wir sind der Meinung, dass die derzeitige Unsicherheit in Bezug auf Zölle zugunsten von Unternehmen mit starkem Binnenmarktfokus spricht und nicht zugunsten von internationalen Geschäftsmodelle, die in lange, komplexe Lieferketten eingebunden sind. Beispiele hierfür sind Infrastruktur-, Vertriebs- oder Werkstoffunternehmen, die typischerweise deutlich lokaler aufgestellt sind als etwa die Automobil- oder Halbleiterindustrie.

Welche Bereiche sind am europäischen Aktienmarkt derzeit aus Anlegersicht spannend?

Wir glauben, dass einige der interessantesten Bereiche des globalen Aktienmarktes die „Realwirtschaftssektoren“ wie Rohstoffe und Industrie sind, die von fiskalischen Impulsen und Infrastrukturausgaben besonders profitieren dürften. Aufgrund ihrer Entwicklung in den zehn Jahren nach der Finanzkrise gelten diese Sektoren nach wie vor als wachstumsschwach und kapitalintensiv. Doch mit einer veränderten Nachfragesituation dürften sie nicht nur ein beschleunigtes Umsatzwachstum verzeichnen, sondern auch steigende Margen und Renditen infolge einer besseren Auslastung.

Eine weitere Chance sehen wir in Sektoren, die nach der Pandemie einen längeren Überhang an Lagerbeständen zu bewältigen hatten, wie Life Sciences, Spirituosen oder analoge Halbleiter. Wir gehen davon aus, dass diese Gegenwinde eher vorübergehender als struktureller Natur sind und die Bewertungen daher auf ein sehr interessantes Niveau gesunken sind.

Wir haben nun viel über die positiven Aussichten für europäische Aktien gesprochen. Sollte man im Umkehrschluss US-Aktien derzeit reduzieren?

Das hängt stark von der Ausgangslage ab. Wir glauben nicht, dass alle US-Aktien überbewertet sind oder dass die Argumente für das Ende der Sonderstellung der USA so überzeugend sind, dass Anleger US-Vermögenswerte komplett meiden sollten. Tatsache ist jedoch, dass viele Portfolios nach wie vor viel zu stark in US-Aktien konzentriert sind, zum einen, weil diese in den letzten anderthalb Jahrzehnten so hohe Renditen erzielt haben – was durch den sehr starken US-Dollar noch verstärkt wurde –, weil US-Aktien mittlerweile einen enormen Anteil an globalen Aktienindizes ausmachen, die viele als Grundlage für ihre Portfolioaufstellung verwenden.

Tipp: Mit dem extraETF Portfolio Tracker kannst du deine Investments analysieren und dein Vermögen an einem Ort überwachen – einfach, schnell und sicher.

Wir halten eine langfristige Vermögensallokation von 65 bis 70 Prozent in einem einzigen Land nicht für sinnvoll, aber bisher war dies durch das unterschiedliche Gewinnwachstum zwischen den USA (insbesondere im Technologie- und verwandten Sektoren) und dem Rest der Welt gerechtfertigt. Wir glauben, dass diese Argumentation nicht mehr stichhaltig ist und überdacht werden muss. Gleichzeitig gewinnen die seit Langem bestehenden Bewertungen zugunsten von Nicht-US-Aktien an Glaubwürdigkeit, da sich die Gewinnwachstumslücke zunehmend schließt.

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„Investitionen in nachhaltige Unternehmen haben attraktive Renditeperspektiven“ https://extraetf.com/news/interview/karim-chatti-triodos-im-ueber-investieren-aus-der-kinder-perspektive/ Mon, 23 Jun 2025 06:00:12 +0000 https://extraetf.com/?p=129335 Kinder sind unsere Zukunft. Warum investieren wir also nicht mehr aus ihrem Blickwinkel? Ein Gespräch mit Karim Chatti, Senior Relationship Manager Institutional Clients DACH bei Triodos IM.

Warum ist langfristiges Investieren gerade jetzt so entscheidend – und welche Rolle spielt dabei die nächste Generation?

Langfristiges Investieren war schon immer entscheidend, doch leider ist die Welt um uns herum unglaublich kurzfristig ausgerichtet. Dies ist ein wichtiger Treiber für die großen globalen Herausforderungen wie Klimawandel oder auch weltweite Ungleichheit. Die nächste Generation hilft uns dabei, dies zu vergegenwärtigen. Indem man sich auf deren Bedürfnisse konzentriert, ist man gezwungen langfristig zu denken und man überlegt sich, was unsere Kinder und Enkel für ein Leben in einer nachhaltigeren Gesellschaft brauchen werden.

Wie beurteilen Sie den aktuellen politischen Kurs im Klimaschutz – insbesondere im Hinblick auf den Koalitionsvertrag – und welche Folgen hat ein Mangel an Planungssicherheit für Investoren?

Die neue Bundesregierung steht vor der gewaltigen Aufgabe, die globalen Herausforderungen zu bewältigen und gleichzeitig den Umweltschutz zu sichern, doch der Koalitionsvertrag bleibt leider in vielen Punkten unkonkret und setzt eher auf kurzfristige als auf nachhaltige Maßnahmen. Während positive Ansätze wie Bürgerbeteiligung und Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel erkennbar sind, gibt es auch Rückschritte bei den Klimazielen, während stärkere Klimainvestitionen die Weltwirtschaft laut OECD- und UNDP-Studien langfristig stärken könnten.

Tipp: Denke an die Zukunft deiner Kinder. Erfahre, was hinter dem neuen Kinderdepot von Trade Republic steckt.

Planungssicherheit ist für Investoren von großer Bedeutung, da sie die Grundlage für fundierte Investitionsentscheidungen und die Minimierung von Risiken bildet. Ein Mangel an Planungssicherheit führt zu einem Investitionsstau und wirkt sich negativ auf die Wirtschaft und die nachhaltige Entwicklung aus.

Warum werden die Bedürfnisse und Interessen von Kindern in wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen so häufig übersehen – und was bedeutet das für die Zukunftsfähigkeit unseres Wirtschaftssystems?

Dies liegt zum Teil daran, dass Unternehmen und Regierungen sich einfach nicht bewusst sind, dass Kinder eine eigene Interessengruppe mit spezifischen Bedürfnissen bilden. Es spiegelt aber auch wider, dass Politiker in Wahlzyklen denken und Unternehmen in der Regel in Quartalsergebnissen. Zur traurigen Wahrheit gehört es auch festzustellen, dass Kinder nun mal keine zählbaren und relevanten Wählerstimmen für Politiker sind.

Wie kann ein Perspektivwechsel – also das Investieren durch die Augen unserer Kinder – konkrete Veränderungen bei der Kapitalallokation bewirken? 

Stellen Sie sich die Welt vor, die unsere Kinder von uns erben werden. Wie sollte diese Welt aussehen? Für viele Menschen lautet die Antwort wohl: Ein blühender gesunder Planet sowie eine gerechtere Gesellschaft. Wenn wir dies wollen, sollten wir in die Themen und Bereiche investieren, die dies auch ermöglichen. Für den Triodos Future Generations Fund sind daher eine sichere sowie saubere Umwelt plus Gleichberechtigung und Inklusion zwei wichtige Anlagethemen.

Hier geht es zum Kinderdepot von Trade Republic.

Welche Auswirkungen hat kurzfristiges Denken auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel oder die soziale Ungleichheit?

Wie bereits erwähnt, ist kurzfristiges Denken eine der Hauptursachen dieser Herausforderungen und es steht deren Lösung oft im Wege.

Was bedeutet es konkret, kinderzentriert zu investieren – und welche Sektoren oder Themen sind dabei besonders relevant? 

Wir investieren anhand von fünf Themen, die von der langfristigen Strategie der UNICEF inspiriert sind. Neben den beiden bereits erwähnten Themen Umwelt und Gleichberechtigung sind dies Gesundheit und Sicherheit, Bildung sowie Schutz vor Gewalt und Ausbeutung. Was die Sektoren angeht, so sind wir relativ stark in den Bereichen Gesundheitswesen, Basiskonsumgüter, aber auch Industrie engagiert. Letzteres liegt daran, dass viele Unternehmen die im Bereich sauberes Trinkwasser tätig sind, zum Industriesektor zählen.

Wie trägt die Triodos IM Future Generations-Strategie dazu bei, Portfolios langfristig resilienter gegenüber makroökonomischen Schwankungen zu machen?

Wir investieren vor allem in lebenswichtige Güter wie Lebensmittel, Bildung, Gesundheitsversorgung. Im Allgemeinen wird die Nachfrage nach diesen Produkten und Dienstleistungen weniger von Veränderungen des makroökonomischen Umfelds beeinflusst. Wir stellen außerdem fest, dass die Strategie einen niedrigen Beta-Wert (zwischen 0,75 und 0,80) aufweist und sich in Zeiten volatiler Märkte gut behauptet.

Wie gelingt es Ihrer Meinung nach, Renditeziele mit den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) in Einklang zu bringen – insbesondere im institutionellen Anlagebereich? 

Generell sehen wir, dass Investitionen in Unternehmen, die zu einer nachhaltigeren Welt und Gesellschaft beitragen, auch aus Renditeperspektive sehr attraktiv sein können. Das liegt ganz einfach daran, dass wir von einer solchen „idealen“ Welt und gerechten Gesellschaft noch weit entfernt sind. Für Unternehmen bieten sich daher große Wachstumschancen. Das aktuelle politische Klima ist für solche Investitionen vielleicht weniger förderlich, aber unser Anlagehorizont ist langfristig. Und wenn überhaupt, wird der Bedarf an Lösungen, die zu einer nachhaltigeren Welt beitragen, nur noch größer.

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„Wichtiger ist die Time in the market als Timing the market“ https://extraetf.com/news/interview/ivan-durdevic-j-p-morgan-us-zoelle-werden-die-deregulierungsagenda-in-vielen-laendern-beschleunigen/ Mon, 16 Jun 2025 06:00:10 +0000 https://extraetf.com/?p=129227 Was bringen die US-Zölle und wie sollten sich Anleger jetzt aufstellen? Antworten von Ivan Durdevic, Leiter ETF-Distribution Deutschland, Österreich und Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management.

Die US-Zölle und Konflikte belasten die Börse. Wie würden Sie die derzeitige Lage an den Kapitalmärkten zusammenfassen? 

In den Monaten seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Trump, kam es zu einem deutlichen Anstieg der Volatilität an den Aktien-, Anleihen- und Devisenmärkten. Zwar wurden zahlreiche der am  „Liberation Day“ in den USA angekündigten Zölle ausgesetzt und die Verhandlungen mit China führten zu einer Senkung der Zollsätze zwischen den USA und China für 90 Tage, doch bleibt der effektive Zollsatz historisch hoch. Und es bleibt abzuwarten, wie die Einigung mit Europa letztendlich ausfallen wird.

Angesichts einer derart erhöhten Handelsunsicherheit könnte es für Anlegerinnen und Anleger verlockend sein, das Weite zu suchen und ihr Engagement in risikoreichen Anlagen zu reduzieren. Es gibt aber zwei gute Gründe, an der Richtigkeit dieser Strategie zu zweifeln.

Erstens: Während die Handelsunsicherheit die Wachstumsaussichten weiterhin belasten dürfte, haben die Marktbewegungen in den letzten Wochen gezeigt, wie stark sich die Märkte nach positiven Nachrichten erholen können. Es ist wichtig, sich nicht von den Schlagzeilen überrollen zu lassen.

Zweitens ist es wichtig, die potenziell bevorstehende geld- und haushaltspolitische Unterstützung nicht zu unterschätzen. Regierungen auf der ganzen Welt könnten beschließen, mit höheren Ausgaben oder Steuersenkungen auf die wahrscheinlichen Wachstumseinbußen durch Zölle zu reagieren, um heimische Unternehmen und Verbraucherinnen und Verbraucher zu unterstützen. In diesem Szenario könnte sich der Marktfokus eher auf Inflationsrisiken als auf mögliche Wachstumsrisiken verlagern. Eine Unterbrechung der Lieferketten und weniger effiziente globale Handelsmuster könnten die Inflation ebenso in die Höhe treiben wie Wechselkursschwankungen.

US-Zölle werden wahrscheinlich auch die Deregulierungsagenda in vielen Ländern beschleunigen. Als Reaktion auf die US-Autozölle ändert beispielsweise Großbritannien seine Vorschriften für Elektrofahrzeuge, um die Geschwindigkeit zu verringern, mit der die Hersteller ihre Verkäufe von konventionellen Fahrzeugen auf Elektrofahrzeuge umstellen müssen. Diese Art der regulatorischen Lockerung wird auch im übrigen Europa eine Rolle bei der Unterstützung der Industrie spielen.

Die Bedeutung potenzieller konjunktureller Gegenmaßnahmen für die Wirtschaft und den Markt sollte nicht übersehen werden – sie haben häufig dazu beigetragen, die Erträge diversifizierter Portfolios nach Schocks zu stützen. Anlegerinnen und Anleger sollten sich daher nicht von Schlagzeilen verunsichern lassen, sondern stattdessen sicherstellen, dass ihre Portfolios so angelegt sind, dass sie gegenüber einer Reihe möglicher Entwicklungen ausreichend widerstandsfähig sind.

Können die USA am Ende möglicherweise doch von der Trumpschen Zollpolitik profitieren, etwa in Form von Industriearbeitsplätzen?

Ich befürchte, dieser Effekt lässt auf sich warten. Wir haben beispielsweise gerade die Ergebnisse der  April-Umfrage der National Federation of Independent Business (NFIB) erhalten. Diese ergab, dass die Investitionsabsichten kleiner US-Unternehmen derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 2013 liegen. Diese gehen in der Regel den getätigten Investitionen voraus und so braucht es einige Zeit, bis sich diese Korrelation in den tatsächlichen Daten widerspiegelt. Die Umfrageergebnisse machen allerdings deutlich, dass die tatsächlichen Investitionen bereits ins Stocken geraten sind, und angesichts des gedämpften Niveaus der aktuellen Investitionsabsichten erwarten wir in den kommenden Monaten eine weiter anhaltende Abschwächung. Wir gehen zwar davon aus, dass sich die US-Handelspolitik letztlich auf einem moderateren Niveau einpendeln wird, aber die NFIB-Veröffentlichung deutet darauf hin, dass der Schaden, der durch die erhöhte Unsicherheit entstanden ist, nicht so leicht wieder rückgängig gemacht werden kann. Das heißt auch wenn sich die Wachstumsaussichten der USA verbessert haben, da die Zölle zurückgegangen sind, zeigen sich die Risiken sind immer noch eindeutig abwärtsgerichtet.

Sollte man jetzt den US-Aktien-Anteil im Depot reduzieren?

Nicht nur angesichts der aktuellen Unsicherheiten rund um die USA ist es sinnvoll, sich möglichst breit aufzustellen. Europa bietet beispielsweise derzeit überzeugende Investitionsmöglichkeiten, etwa in Sektoren wie erneuerbare Energien und Infrastruktur, die von der EU-Politik unterstützt werden. Die in vielen globalen Indizes aktuell vorherrschende Übergewichtung von US-Aktien zugunsten europäischer Titel zu reduzieren hilft also, das Chancen-Risiko-Verhältnis im Portfolio zu verbessern. Deshalb sehen wir aktives Management im aktuellen Umfeld als besonders wichtig an.

Tipp: Die Portfolio-Aufteilung ist immer von Bedeutung. Schau dir dazu also gleich unseren Risikokapazitätsrechner an.

Sollten sich die großen Wirtschaftsregionen bei den Zöllen einig werden, sind dann bald wieder neue Rekordstände bei Welt-ETFs drin?

Ein breit diversifizierter Welt-ETF ist immer ein gutes Kerninvestment – auch wenn einigen der hohe US-Anteil ein wenig Sorge bereitet hat. Aber wenn man in die Vergangenheit blickt, hatten die USA bei der Länderzusammensetzung im MSCI Welt bereits häufiger einen sehr großen Anteil, während etwa in den 80er Jahren Japans Anteil sehr groß war und sogar die USA übertroffen hat. Das heißt nicht, dass das starke Übergewicht einiger weniger Tech-Titel nicht kritisch zu sehen ist, aber die Korrekturen der letzten Monate ​haben bereits dazu beigetragen, die unnatürlich hohe Konzentration in einigen wenigen Technologie Titeln zu reduzieren.

Raten Sie in unsicheren Zeiten, wie aktuell, zu Aussitzen oder zu aktivem Handeln?

Wichtiger ist die „Time in the market“ als „timing the Marktes“ – gerade mit langem Anlagehorizont ist das Aussitzen eine gute Entscheidung, denn sonst verpasst man schnell die Aufwärtsbewegung! 

Die klassischen Lehrbücher sehen eine passive Buy-and-Hold-Strategie vor. Weshalb setzen Sie dann verstärkt auf aktive ETFs?

Das widerspricht sich nicht. Buy and hold ist wie oben beschrieben sehr sinnvoll – und mit aktivem Management sind sogar noch Zusatzerträge möglich! Gerade mit unseren Research Enhanced Index ETFs erhalten Anlegerinnen und Anleger eine bewusste Indexnähe, das bedeutet, die Regionen, Sektoren oder auch Stile bleiben neutral zum Index. Gleichzeitig können wir dank unseres fundamentalen Researchs und aktiven Portfoliomanagements mittel- bis langfristig auf eine Überrendite abzielen.

Tipp: Mit dem extraETF Portfolio Tracker kannst du deine Investments analysieren und dein Vermögen an einem Ort überwachen – einfach, schnell und sicher.

Nehmen wir die globale Research Enhanced Index Strategie als Beispiel. Mit dieser Strategie konnten wir in mehr als 20 Jahren, in der wir diese bereits in anderen Vehikeln gemanagt haben, den MSCI World durchschnittlich mit über 0,80 Prozent pro Jahr übertreffen. Es wird dabei immer wieder auch kurzfristig einmal Phasen geben, in denen die Entwicklung unter dem Index liegen kann. Jedoch zeigen unsere Daten, dass wir in mehr als zwei Jahrzehnten mit sehr unterschiedlichen Kapitalmarktumfeldern und -Herausforderungen bei einem 5-Jahreshorizont den MSCI World stets übertreffen konnten. J.P. Morgan Asset Management ist ein traditionell aktiver Manager – 99 Prozent unseres verwalteten Vermögens von 3,6 Billionen US-Dollar werden aktiv gemanagt. Und so war es für uns nur logisch, unsere aktiven Strategien auch als ETF anzubieten – so gibt es unseren aktiven Welt ETF mit dem Ticker „JREG“ bereits seit 2018.

Vielen Anleger sind aktive ETFs noch nicht vertraut. Können Sie das Konzept kurz erklären?

Sehr gern! ETFs sind so genannte Exchange Traded Funds – auf Deutsch übersetzt heißen sie „Börsengehandelte Fonds“. Das heißt der Name besagt in keiner Weise, dass sie einen Index passiv abbilden müssen, was häufig irrtümlich angenommen wird. 

Grundsätzlich haben aktive ETFs, sofern sie in Irland domiziliert sind, die gleichen strukturellen Vorteile wie passive in Irland domiziliert ETFs, nämlich tägliche Transparenz, flexible Handelbarkeit, Liquidität bis hin zu Vorteilen bei der Quellensteuer für US-Dividenden. Dazu ermöglichen es die aktiven ETFs aber auch noch, je nach Anlageziel eine langfristige Outperformance gegenüber dem Basisindex zu erzielen und gleichzeitig das Risiko im Laufe der Marktzyklen zu managen. Aktive ETFs kombinieren somit das Beste aus zwei Welten: Die der aktiven Investments und die des ETFs.

Wir sehen, dass immer mehr Anlegerinnen und Anleger den ETF-Mantel aufgrund seiner Vorteile wie Transparenz und Liquidität schätzen – und so bieten aktive ETFs für viele einen guten Weg, aktive Strategien zu erschließen. Besonders institutionelle Investoren bevorzugen aktives Management und gehörten gleichzeitig zu den Vorreitern bei der Nutzung von ETFs. Wir können beobachten, dass sie aktive ETFs vermehrt einsetzen, um passive Investments zu re-aktivieren. Diesen Trend können wir nun auch immer mehr bei Privatanlegerinnen und -anlegern beobachten.

Welche Vor- aber auch Nachteile ergeben sich aus dem Konzept aktiver ETFs?

Als Vorteil gegenüber rein passiven Strategien profitieren die aktiven ETFs von den Erkenntnissen unseres fundamentalen Researchs. So können sie wie bereits erwähnt höhere Renditen als der Index erzielen. Es gibt aber auch Strategien, die einkommensorientiert gemanagt werden und so regelmäßig attraktive Ausschüttungen ermöglichen. Im festverzinslichen Segment können die aktiven ETFs zudem das Kredit- und Ausfallrisiken besser managen und natürlich besser auf die Zentralbankpolitik reagieren. 

Ein Nachteil mag sein, dass die Kosten aktiver ETFs etwas höher ausfallen, als bei rein passiven ETFs, wobei die möglichen Zusatzrenditen dies mittel- bis langfristig ausgleichen, sodass die Renditen nach Kosten überzeugen. Dass dies nicht in allen Marktumfeldern kurzfristig gelingt, mag man ebenfalls als Nachteil definieren, denn es gibt immer wieder Marktphasen, in denen die Märkte nicht rational agieren. Der Blick auf die eben genannten langfristigen Erfolge zeigt aber, dass sich dies mit einem etwas längeren Anlagehorizont mehr als ausgleicht, aber ein bisschen Geduld ist schon sinnvoll.  

Aktive ETFs lassen sich flexibler gestalten. Worauf achtet J.P. Morgan?

Wir achten vor allem darauf, die Erkenntnisse unseres seit Jahrzehnten etablierten und vielfach ausgezeichneten aktiven Researchs in die Aktienauswahl einfließen zu lassen. Nehmen wir als Beispiel die bereits erwähnte “Research Enhanced Index”-Reihe (kurz REI), deren Konzept bereits seit den 1980er Jahren bewährt ist, also lange bevor wir es als ETF angeboten haben. Dafür werden indexähnliche regionale, sektorale und stilistische Engagements mit aktivem Management kombiniert. Das „Enhancement“ kann durch die Nutzung der Erkenntnisse des besagten globalen Teams von über 80 Research-Analysten in Kombination mit unser unserer technologisch führenden Asset Management Plattform „Spectrum“ erreicht werden.

Der Investmentansatz der REI-Strategien verfolgt das Ziel, aktienspezifische Erkenntnisse aus unserem Research auf das Portfolio zu übertragen, wobei die Struktur der Portfolios indexähnlich bleibt. Dies wird durch die Kombination des fundamentalen Researchs mit robustem Risikomanagement erreicht. Das globale Analystenteam covert über 2.500 Aktien und nutzt dafür einen disziplinierten Bewertungsrahmen, der im gesamten Unternehmen Anwendung findet. Die hierbei ermittelten Erkenntnisse führen dann dazu, dass bestimmte Aktien leicht über- oder untergewichtet werden. Das Endergebnis ist ein stilneutrales, sektorneutrales und regional neutrales ETF-Portfolio zum MSCI World bzw. den S&P 500 Index.

Die REI-ETFs sind für Anleger interessant, die ein breit diversifiziertes ETF-Portfolio suchen, das ein Engagement in einer Standard-Benchmark mit Marktkapitalisierung bietet und gleichzeitig einen robusten ESG- Rahmen anwendet. Sie können bestehende Kernallokationen erweitern und diversifizieren. Mit inzwischen 13 verschiedenen REI ETFs bieten wir die größte aktive UCITS ETF-Palette für Aktien.

Viele Anleger setzen ohnehin nicht ausschließlich auf passive Welt-ETFs. Wie können sich solche Anleger gegenwärtig aufstellen?

Ähnlich wie bei institutionellen Anlegern könnte die Reaktivierung des passive Welt ETFs mit einem aktiven globalen Aktien-ETF langfristig attraktiv sein. Grundsätzlich bieten sich alle Research Enhanced Index ETFs hierfür an, da es inzwischen ein breites Angebot gibt, wie etwa für Europa (Ticker: JREE) oder die Eurozone (Ticker JREZ), wenn man diese Region nun etwas stärker gewichten möchte. 

Eine weitere Alternative könnten auch einkommensorientierte ETFs sein, welche eine so genannte Covered Call Strategie mit einem Aktienportfolio kombinieren. Diese eignen sich für Anleger, die regelmäßige Ausschüttungen erzielen wollen oder auch eine etwas konservativere Aktienlösung suchen. Wichtig hierbei ist zu beachten, dass es das Ziel dieser „Equity Premium Income“-Strategie ist, eine Ausschüttungsrendite bei geringerer Volatilität als der Index zu erzielen und nicht den Index zu übertreffen. Daher tendieren diese Lösungen bei Bullenmärkten etwas schwächer zu performen als die Benchmark, gleichzeitig neigen sie dazu bei Seitwärtsbewegungen oder Bärenmärkten attraktiver zu performen. 

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„Wer heute 100 Panzer bestellt, wartet Jahre auf die Lieferung“ https://extraetf.com/news/interview/david-lump-ich-bestelle-nicht-heute-100-panzer-und-bekomme-diese-bis-ende-des-jahres-geliefert/ Mon, 09 Jun 2025 06:00:02 +0000 https://extraetf.com/?p=129123 Rüstung ist ein Boom-Thema. Doch ist es eine Eintagsfliege? Nein, meint David Lump, bei HANetf zuständig für den Vertrieb in der DACH-Region. 

In Europa ist Rüstung seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs ein großes Thema. Nun entstehen immer mehr Rüstungs-ETFs. Sie haben dazu einen europäischen ETF ins Leben gerufen. Können Sie das Besondere an diesem Produkt kurz vorstellen?

Die aktuelle geopolitische Lage in Europa und die Androhungen Trumps die europäischen Nato-Mitglieder im Notfall nicht zu unterstützen, sollten diese das 2-Prozent-Ziel nicht erfüllen, hat Europa wachgerüttelt. Die europäischen Nato-Mitglieder sind gefordert und wollen sich unabhängiger von den USA machen. Daher investieren sie nun in ihre heimische Verteidigungsindustrie. Hier setzt unser neuer Future of European Defence UCITS ETF (WKN: A414ST) an. Aufbauend auf dem Erfolg unseres global ausgerichteten Future of Defence UCITS ETF, nutzen wir die gleiche Herangehensweise. Der ETF berücksichtigt nur Titel aus Nato oder Nato+-Staaten. US-Titel sind bei unserem neuen European Defence ETF jedoch explizit ausgeschlossen. Zusätzlich ist der Anteil Europas auf 90 Prozent festgesetzt.

Damit der ETF nicht nur von einzelnen Schwergewichten der Branche abhängig ist, können einzelne Unternehmen nur maximal zehn Prozent des ETF ausmachen. Neben den klassischen Industriewerten wie Rheinmetall oder BAE Systems fokussieren wir uns auch auf die Cyberverteidigung. Die moderne Kriegsführung verlagert sich zunehmend auf die digitale Ebene. Informationen müssen geschützt und große Datenmengen mit Hilfe von AI schnellstmöglich analysiert werden. Aber auch zivile Infrastruktur muss vor Cyberangriffen sicher sein. Neben der „Hardware“ wird also die Software bzw. die Integration von Software in die bestehende Hardware immer relevanter. Schließlich filtern wir auch Unternehmen, die signifikante Einnahmen mit umstrittenen Waffen erwirtschaften, heraus.

Wir stellen jedoch immer wieder fest, dass erst Themen gefragt sind, daraufhin ETFs entstehen und dann der Hype wieder vorbei ist und Anleger leer ausgehen. Wieso sollte das bei Rüstungs-ETFs anders sein, zumal einige Kurstreiber sicher schon eingepreist sein dürften?

Dies ist ein bekanntes Argument gegen diese Produktkategorie, was sicherlich auf einige Themenprodukte zutrifft. Zwei Punkte hierzu. Punkt eins betrifft das klassische Henne-Ei-Problem. Natürlich würden wir sehr gerne jeden Trend vorhersehen, so einfach ist das jedoch nicht. Wir versuchen stets unseren Kunden innovative und neue Produkte zu liefern, die oftmals so noch nicht am Markt verfügbar sind und damit unsere Kunden ihre Investmentideen möglichst einfach per ETF umsetzen können. Auch wenn ETFs generell als kostengünstiges Produkt gesehen werden, fallen Gebühren für die Auflage sowie tägliche operative Kosten für den reibungslosen Betrieb der Produkte an.

Speziell für Themenprodukte werden oftmals neue Indizes entwickelt, die auch bei der Verwaltung höhere Kosten verursachen. Am besten wird es am Beispiel von Sektor- und Themen-ETFs deutlich. Sektor-ETFs greifen auf die klassischen GICS-Sektoren zurück. Diese sind klar definiert. Für Themen-ETFs gibt es so eine Aufteilung nicht. Das heißt: Wollen wir ein Thema investierbar machen, müssen wir zu erst klare Kriterien festlegen. Wie wird ein Unternehmen diesem Thema/Trend zugeordnet? Oftmals erfolgt dies anhand der Umsatzbeteiligung eines Unternehmens. Und hier besteht das Problem.

Unternehmen geben in ihren Geschäftsberichten in der Regel nicht an wie viel Umsatz einem „Thema“ zugeordnet wird. Das heißt die Geschäftsberichte müssen im Detail angeschaut werden. Und das nicht nur bei Auflage des Produktes, sondern kontinuierlich. Der zweite Punkt betrifft den Zeithorizont des Themas. Handelt es sich um einen kurzfristigen Hype aufgrund einer politischen Entscheidung, eines neuen Gesetzes etc. oder um einen tiefergreifenden Strukturwandel? Und hier sehen wir eher langfristige Kurstreiber für den Verteidigungssektor. Der Sektor wurde lange Zeit vernachlässigt.

Tipp: Schau dir gleich unsere Themenseite zu Rüstungs-ETFs an. Hier findest du weitere spannende Themen-ETFs.

Seit dem Kalten Krieg sind die Verteidigungsausgaben der Nato-Mitglieder sukzessive zurückgegangen. Ebenso wurde der Sektor von Investoren fast komplett gemieden. In Zeiten von Frieden werden Rüstungsinvestments schnell in Frage gestellt. Viele der Unternehmen waren nicht in den großen Indizes vertreten. Dies ändert sich nun schlagartig. Eine gut ausgebildete und vor allem gut ausgestattete Armee ist notwendig. Nicht um einen Nachbar anzugreifen, sondern um sich im Notfall verteidigen zu können bzw. bei einem Aggressor erst keine Begehrlichkeiten zu wecken.

Das Geld, das nun in Form von zum Beispiel dem ReArm EU-Programm in den Sektor fließt, ist auch nicht einfach bis Ende des Jahres investiert. Ich bestelle nicht heute 100 Panzer und bekomme diese bis Ende des Jahres geliefert. Das dauert Jahre. Darüber hinaus muss sowohl die aktuell vorhandene Hardware aber auch gezielt die Software weiterentwickelt werden. Das heißt es müssen von der EU auch Rahmenbedingungen geschaffen werden, um unsere heimischen Unternehmen zu unterstützen. Hier dürften wir in den nächsten Jahren sicherlich einige IPOs oder Übernahmen sehen.

Aber könnte ein baldiges Ende des Ukraine-Krieges nicht dazu führen, dass Investoren das Feld wieder räumen und sich anderen Themen-Investments widmen, zumal die Militärausgaben in Europa bis zum Ukraine-Krieg viele Jahre rückläufig waren?

Auch wenn ein baldiger Frieden in der Ukraine wünschenswert ist, stellt sich die Frage wie würde dieser aussehen und was passiert danach. Während die Nato-Mitglieder seit Ende des Kalten Krieges ihre Rüstungsausgaben vernachlässigten bzw. reduzierten, haben Russland und besonders China konstant weiter aufgerüstet. Es wäre fatal von Europa oder der Nato davon auszugehen, dass das Problem mit einem Frieden in der Ukraine beigelegt ist. Letztlich dient eine gut ausgestattete Armee als Abschreckung. Durch den Druck Trumps auf die Nato-Mitglieder ist vielen klar geworden, dass man sich ohne Hilfe der USA im Notfall nicht verteidigen könnte. Ein möglicher Frieden in der Ukraine dürfte sicherlich den Hype um den Sektor ein wenig bremsen, langfristig sehen wir hier aber weiter Potential, besonders bei den IT/Tech-Unternehmen im Verteidigungsbereich. Ein Großteil der gelisteten Cyber-Defence Unternehmen sitzen in den USA. Auch hier muss Europa eigenständiger werden und die heimischen Unternehmen wie Helsing oder ARX Robotics fördern und unterstützen.

Medial betrachtet liegt das Hauptaugenmerk sicherlich in Europa aktuell auf dem Russland-Ukraine-Konflikt. Aber auch in anderen Teilen der Welt gibt es geopolitische Spannungen. Südkorea steht im ständigen Konflikt mit Nordkorea. China rüstet seit Jahrzehnten konstant auf um seine Stellung im asiatischen Raum zu festigen. Dies führt zwangsläufig zu potentiellen Konflikten. Entsprechend sind auch umliegende Staaten zu Investitionen in ihr Militär gezwungen. Rüstungsunternehmen aus Südkorea oder Japan sind führend bei Software und KI und könnten den europäischen Nato-Mitgliedern mit Knowhow helfen. Aktuelle Zahlen des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) zeigen, dass der chinesische Verteidigungshaushalt in 2024 gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent gestiegen ist – der größte jährliche Anstieg seit 2015 und das 30. Jahr in Folge mit Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Japan hat im letzten Jahr sein Verteidigungsbudget um 21 Prozent erhöht – der stärkste Anstieg seit 1952! Asien und Ozeanien gaben 2024 629 Milliarden US-Dollar für Verteidigung aus – ein Anstieg von 6,3 Prozent gegenüber 2023 und um satte 46 Prozent gegenüber 2015.

Aber um zurück zu Europa zu kommen, wir sehen vor allem bei den Osteuropäischen Nato-Mitgliedern bzw. bei Nato-Mitgliedern mit Nähe zu Russland, dass man sich nicht darauf verlassen möchte nicht angegriffen zu werden. Polen und Estland waren die beiden Nato-Länder, die gemessen an ihrem BIP das meiste für ihre Verteidigung ausgegeben haben und damit noch vor den USA!

In den vergangenen Jahrzehnten war häufig von der Friedensdividende die Rede. Viele Staaten lagen unterhalb des Zwei-Prozent-Ziels, als zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts, für Verteidigung auszugeben. Wie hoch ist angesichts dessen die Investitionslücke in Europa?

Auch wenn sich dies natürlich nicht plakativ an einer Zahl festmachen lässt, wird das Ausmaß der fehlenden Investitionen in den letzten Jahren nun mehr als deutlich. In der unten stehenden Grafik sieht man in blau zum einen wie viel die europäischen Nato-Mitglieder in den letzten zehn Jahren hätten zusätzlich ausgeben müssen um alleine nur das Minimalziel von zwei Prozent des BIP zu erreichen. Für Deutschland sind das alleine mehr als 200 Milliarden. Zum anderen in lila dargestellt was investiert werden müsste um mit den USA gleich zu ziehen. Vor dem Hintergrund, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit unabhängiger von den USA machen möchte, hat der europäische Sektor deutliches Aufholpotential!

Wir haben uns auch einmal auf Basis der verfügbaren Daten von 2024 angeschaut wie viel zusätzliches Geld in den Sektor fließen würde, sollten die Nato-Mitglieder das Zwei-Prozent-Ziel übertreffen. Trump und allen voran auch Polen fordern immer öfters die Zwei-Prozent-Marke auf bis zu fünf Prozent des BIPs anzuheben. Werfen wir jetzt nur einen Blick auf die Position „Equipment“, wofür die Nato-Mitglieder mindest 20 Prozent ihres Budgets allokieren wollen. Wir haben hierzu einen wahrscheinlichen Fall (alle Nato-Mitglieder werden bis 2029 das Ziel von 3,5 Prozent des BIP erreichen, wobei das BIP jährlich um 1 Prozent wächst und für „Equipment“ 30,5 Prozent des Verteidigungsbudgets ausgegeben werden) sowie einen optimistischen Fall (alle Nato-Mitglieder werden bis 2029 das Ziel von fünf Prozent des BIP erreichen, wobei das BIP jährlich um zwei Prozent wächst und die Ausgaben für „Equipment“ jährlich um ein Prozent steigen) analysiert. Im optimistischen Fall würden die zusätzlichen Ausgaben nur für „Equipment“ alleine schon die Verkaufserlöse des gesamten Verteidigungssektors aus 2023 erreichen.

Planen Sie neben Europa in einer anderen Region einen weiteren Rüstungs-ETF? Und wenn ja, welche und warum?

Wir schauen uns natürlich an, welche Regionen interessant sein könnten. Allerdings muss zum einen der Investmentcase Sinn machen und zum anderen muss es genug gelistete Unternehmen geben um diese Idee auch in einem ETF umzusetzen. Sollten wir hier Nachfrage vom Markt sehen, schauen wir uns das natürlich an. Die Investmentwelt wenden sich diesem lange Zeit vernachlässigten Sektor erst wieder zu. Wir dürften sehr wahrscheinlich neue Börsenkandidaten in diesem Sektor sehen, gerade was die Software/IT-Branche angeht. Entsprechend dürfen Anleger gespannt sein.

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Dierk Schaffer (Boerse Stuttgart): „Notenbanken bauen Gold-Reserven aus“ https://extraetf.com/news/interview/dierk-schaffer-boerse-stuttgart-notenbanken-bauen-gold-reserven-aus/ Sat, 31 May 2025 06:00:00 +0000 https://extraetf.com/?p=129166 Was treibt den Goldpreis? Wie viel Gold sollte ich haben? Antworten von Dierk Schaffer, Geschäftsführer der Boerse Stuttgart Commodities GmbH.

Der Goldpreis bewegt sich immer noch Nahe des Allzeithochs. Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Treiber für den seit Jahren anhaltenden Kursanstieg?

Gold hat von vielen Entwicklungen profitiert – von politischen Krisen, der Inflation, wirtschaftlicher Unsicherheit und sinkenden Zinsen. Zudem waren hohe Käufe zahlreicher Notenbanken zu beobachten, die ihre Goldreserven kontinuierlich ausbauten. Die Investorennachfrage in Europa war im vergangenen Jahr bei Gold zweigeteilt. Privatanleger sind seit dem zweiten Quartal 2024 wieder deutlich auf die Käuferseite getreten. Dagegen gab es im institutionellen Bereich im Vorjahr eher Abflüsse aus Gold. Das hat sich 2025 geändert: Nun waren auch viele Käufe institutioneller Investoren zu beobachten, und die Retail-Nachfrage blieb hoch. Den vorläufigen Höhepunkt der Rallye markierte der April, als die Verunsicherung an den Finanzmärkten nach den Zollankündigungen der US-Regierung am größten war.

Nehmen wir an, der Ukraine-Krieg wird in den kommenden Monaten beendet und die großen Wirtschaftsregionen einigen sich auf eine vernünftige Zollpolitik. Wäre in diesen Szenerien nicht eine Flucht aus sicheren Häfen wie Gold und eine verstärkte Allokation in Aktien zu erwarten?

In der Tat haben geopolitische Entwicklungen derzeit hohen Einfluss auf den Goldpreis. Je nach aktueller Lage haben wir bereits in den letzten Wochen gesehen, dass Anleger aus Gold in andere Anlageklassen umschichten, insbesondere in Aktien. Mittelfristig dürfte aber weiterhin eine relativ starke Nachfrage nach Gold gegeben sein – dieser Trend ist auf Seiten der Notenbanken, bei physischen Goldinvestments und bei Gold-ETCs ungebrochen. Wichtig ist hierbei eine globale Perspektive auf die Nachfragetreiber bei Gold. Durch den hohen Goldpreis bedingte Rückgänge im Schmuckbereich wurden zum Beispiel durch die bereits angesprochene erhöhte Nachfrage von Notenbanken und Investoren überkompensiert. Insbesondere das Kaufinteresse aus Asien dürfte ein wichtiger Faktor bleiben.

Was spricht ganz grundsätzlich für ein Investment in Gold?

Gold gilt in Krisenzeiten seit jeher als „sicherer Hafen“. Es kann bei Turbulenzen an den Wertpapiermärkten die Wertschwankungen anderer Assetklassen ausgleichen und trägt so zu Stabilität und Diversifikation bei. Für Investoren ist die niedrige Korrelation von Gold zu anderen Assetklassen ein wichtiges Element. Grundsätzlich verspricht Gold als Sachwert auch einen gewissen Schutz gegen inflationäre Tendenzen. Zudem hat Gold in der Langzeitperformance der letzten 20 Jahre trotz seines im Grundsatz eher defensiven Charakters als Investment eine jährliche Rendite im Bereich der führenden Aktienindizes erzielt.

In Marktphasen wie zuletzt können Anleger auch von kurzfristigen Preisanstiegen bei Gold profitieren. So haben wir an der Börse Stuttgart in den letzten Monaten einen besonders regen Handel mit Gold-ETCs verzeichnet – es gab viele Käufe, aber auch viele Gewinnmitnahmen.

Worauf sollten Privatanleger in Sachen Gold achten und welcher Anteil am Gesamtportfolio erscheint sinnvoll?

Privatanleger sollten die Aspekte Kosten, Flexibilität und Sicherheit im Auge haben, wenn sie in Gold investieren. Natürlich lässt sich Gold physisch kaufen – allerdings fallen dabei zusätzlich zum aktuellen Marktpreis mitunter erhebliche Aufgelder an. Darüber hinaus tragen Anleger die hohen Kosten für die sichere und oftmals nur niedrig versicherte Verwahrung, beispielsweise in einem Bankschließfach. Kostengünstiger sind in der Regel Gold-ETCs, die sich unkompliziert und flexibel an der Börse handeln lassen. Hier sollten Anleger auf eine möglichst vollständige Hinterlegung mit physischem Gold achten. Auch die Möglichkeit, sich das hinterlegte Gold auf Wunsch ausliefern zu lassen, spielt für viele Anleger eine Rolle. Relevant ist auch, wo der Emittent des Wertpapiers seinen rechtlichen Sitz hat, um im sehr unwahrscheinlichen Fall einer Insolvenz keine Forderungen gegen eine ausländische Gesellschaft zu haben. Zudem ist ein Gold-ETC zu wählen, der in der Regel Gewinne ohne Steuerabzug nach einer Haltedauer von mindestens zwölf Monaten ermöglicht. Dies trifft nur für eine Minderheit der am Markt angebotenen Produkte zu.

Tipp: In der Extra-Magazin-Ausgabe 4/2025 sehen wir uns an, was sichere Häfen sind. Hier geht es zum Shop.

Der Goldanteil im Portfolio hängt von der individuellen Risikoeinschätzung ab und kann deshalb auch je nach Marktlage flexibel gestaltet werden. Für eine sinnvolle Diversifikation wird häufig ein Anteil von fünf bis zehn Prozent genannt.

Sie haben jüngst zwei neue Produkte herausgebracht. Können Sie kurz deren Besonderheiten darlegen?

Mit EUWAX Gold Core (WKN: EWG4CR) und EUWAX Gold Traceable (WKN: EWG4TR) erweitern wir unsere bewährte EUWAX-Gold-Produktfamilie. Die beiden neuen ETCs sind zu 100 Prozent mit physischem Gold hinterlegt und ermöglichen in der Regel eine steuerfreie Veräußerung nach einer Haltedauer von zwölf Monaten.

Tipp: Lies dir gleich unseren Wissensbeitrag zur Besteuerung von Gold-ETCs durch.

EUWAX Gold Core richtet sich insbesondere an institutionelle Investoren, aktive Trader sowie Privatanleger, die flexibel bleiben und ihre Positionen bei Bedarf kurzfristig anpassen möchten. Das ETC ist mit einem engen Spread handelbar und hat eine Managementgebühr von nur 0,25 Prozent pro Jahr.

EUWAX Gold Traceable richtet sich insbesondere an Anleger, die Wert auf die Rückverfolgbarkeit der Herkunft des Goldes sowie seines CO₂-Fußabdrucks legen. Der Spread und die Managementgebühr von 0,29 Prozent pro Jahr sind gering für ein Gold-ETC, das die Transparenz für Anleger bei ihrer Goldanlage deutlich erhöht.

Mit unseren neuen Gold-ETCs bieten wir als Emittent mit Sitz in Deutschland eine überzeugende Kombination aus exzellenter Handelbarkeit, attraktiver Kostenstruktur und vollständiger physischer Hinterlegung.

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Marcus Weyerer (Franklin Templeton): Sollen Anleger auf Frontier Markets setzen? https://extraetf.com/news/interview/marcus-weyerer-franklin-templeton-sollen-anleger-auf-frontier-markets-setzen/ Thu, 15 May 2025 06:00:00 +0000 https://extraetf.com/?p=128903 Schwellenländer gehören ins Depot. Doch gilt dies auch für die noch nischigeren Frontier Markets? Antworten von Marcus Weyerer, CFA, Direktor ETF-Anlagestrategie für die EMEA-Region bei Franklin Templeton.

Schwellenländer gehören sicher in ein ETF-Portfolio. Welche Vorteile bieten im Portfoliokontext Investments in die großen Schwellenstaaten, wie China und Indien?

Die beiden genannten sind dominante Schwellenländer und sollten in einem global diversifizierten Portfolio berücksichtigt werden. Zusammen tragen die beiden etwa ein Viertel zur globalen Wirtschaftsleistung bei und beim Wachstum bringen sie noch deutlich mehr auf die Waage. Für Investoren bieten sie neben Renditechancen auch Diversifikationsvorteile. Indien beispielsweise generiert über 60 Prozent seines BIP aus Konsum und ist vergleichsweise wenig von den Zollkriegen der Trump-Regierung betroffen. China macht auch Fortschritte beim Umbau seines Geschäftsmodells von Export und Investitionen hin zu Konsum – wenngleich hier noch viel Arbeit zu leisten ist.

Zuletzt sehen wir Schwellenländer auch als unverzichtbare Spieler im Technologiewettbewerb an. Deepseek ist da nur die Spitze des Eisbergs. Aus Taiwan kommen etwa 90 Prozent der am weitesten entwickelten Halbleiter, Malaysia hat sich auf Dienstleistungen wie das Testen oder Packaging der Produkte spezialisiert. Lange Rede, kurzer Sinn – Schwellenländer sind integraler Bestandteil der globalen Wirtschaft und sollten entsprechend im Portfolio vertreten sein.

Doch selbst mit einem Industrie- und einem Schwellenländer-ETF gibt es noch viele „weiße Flecken“ auf der Weltkarte. Weitere Abdeckung würden Anleger mit einem Frontier-Market-Engagement erhalten. Worum handelt es sich bei Frontier-Staaten und welche Länder sind die dominanten?

Vietnam ist der wichtigste Vertreter mit einem Anteil am MSCI Frontier Markets Index von knapp einem Viertel, gefolgt von Marokko und Rumänien mit 14 und elf Prozent. Indexanbieter wie MSCI oder FTSE legen Kriterien fest, die zu einer Aufnahme in entwickelte, Schwellenländer- oder Frontier-Market-Indizes führen können. Schwellenländer sind oft von ihrer Wirtschaftskraft vergleichbar mit entwickelten Staaten, hinken aber beim Punkt Governance hinterher. Es kann aber auch an technischen Fragen hängen. In Korea waren z. B. lange Geschäftsberichte nicht standardmäßig auf Englisch verfügbar, was neben anderen Fragen, z.B. der Handelbarkeit der Währung dazu geführt hat, dass das Land es nicht in die erste Liga schafft, obwohl es einen sehr hohen Lebenstandard hat, technologisch führt und stark international verflochten ist.

Bei Frontier Markets sind die Lücken meist deutlicher. Das politische und rechtliche Rahmenwerk, Investorenzugang, freier Kapitalverkehr oder schlicht die Größe der Volkswirtschaft sind oft nicht auf einem Standard, der internationale Investoren in der Breite anlocken würde. Kasachstan beispielsweise ist mit sieben Prozent die viertgrößte Position im Index, aber gerade einmal mit drei Unternehmen vertreten. Das BIP des Landes beträgt circa 260 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung von SAP und Deutscher Telekom, den beiden größten Werten im Dax, liegt etwa beim Doppelten.

Ein solches Investment könnte doch die Diversifikation auf die Spitze treiben. Was halten Sie von der Idee, breit auf Frontier-Markets zu setzen?

Nur bedingt. Es klingt vielleicht überraschend, aber über zehn Jahre liegt die Korrelation der Schwellenländer mit entwickelten Märkten bei circa 0,75, die der Frontier-Markets bei 0,68. Über fünf Jahre korrelieren beide Märkte mit 0,67 und 0,65 mit entwickelten Volkswirtschaften – statistisch ist der Unterschied da also nicht signifikant. Das dürfte auch daran liegen, dass Frontier-Markets oft politisch und wirtschaftlich von den großen Nachbarn wirtschaftlich abhängig sind.

Tipp: Schau dir gleich unsere ETF-Empfehlungsliste für Schwellenländer an. 

Die vietnamesische Volkswirtschaft ist beispielsweise sehr stark mit China verflochten, Marokko mit der EU. Wenn die großen Partner gut laufen, ziehen sie die kleineren mit, und umgekehrt. Natürlich gibt es Unterschiede und temporäre Entkopplungen, aber der mittelfristige Zusammenhang ist eindeutig. Investoren müssen sich bewusst sein, dass sie für eine leicht höhere Diversifikation unter Umständen deutliche höhere Risiken in Kauf nehmen.

Neben der noch breiteren Streuung könnte auch der Aspekt des Faktor-Investings interessant sein. Der Aspekt „politisches Risiko“ dürfte bei Frontier-Staaten noch stärker ausgeprägt sein als bei herkömmlichen Schwellenländern. Ist dem so?

Als Faktor sticht „Size“ heraus. Um das weiter mit Zahlen zu belegen. Der MSCI Emerging Markets Index weist eine Kapitalisierung von knapp acht Billionen US-Dollar auf, der MSCI Frontier gerade mal 134 Milliarden US-Dollar. Der Median liegt bei den Schwellenländern bei 2,5 Milliarden, beim Frontier Markets bei gerade einmal 340 Millionen US-Dollar. Noch ein anderer Vergleich: Im deutschen SDax, dem Kleinwertesegment der Deutschen Börse, gibt es gerade mal vier Werte die kleiner sind als der Median im Frontier Markets. Wir sprechen wirklich über Nischeninvestitionen.

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Das politische Risiko ist global gestiegen, und auf Einzelländerebene ist es schwer, generelle Aussagen zu treffen. Ich würde zum Beispiel argumentieren, dass das politische Risiko in Island, einer etablierten Demokratie in einem Frontier Market, eher kalkulierbar ist als in der Türkei, einem Schwellenland. Aber aggregiert steigt das Risiko natürlich, und ich denke da nicht nur an Worst-Case-Szenarien wie zum Beispiel Kapitalkontrollen oder gar Enteignungen. Korruption beispielsweise beeinträchtigt auch das Wachstum und langfristig indirekt auch die Aktienmärkte.

Die Liquidität ist in solch kleinen Aktienmärkten mit Sicherheit nicht die beste. Worauf sollten Privatanleger achten, die sich eine Frontier-Market-Position zur weiteren Streuung ins Depot legen möchten? Kommt nur eine ETF-Lösung infrage?

Eine Allokation muss im Portfoliokontext Sinn machen. Viele Anleger haben kaum Schwellenländerallokationen, denen würde ich Vorrang einräumen. Wenn das Risikoprofil es dann zulässt, spricht nichts gegen eine Investition. Die Auswahl ist aber begrenzt, es gibt keine Vielzahl an ETFs wie das bei etablierten Märkten der Fall ist. Die Liquidität des ETF-Vehikels bietet eine gewisse Möglichkeit, bei Einzelwerten über mangelndes Volumen hinwegzusehen, aber man muss die hohe Volatilität aushalten können. Es gilt der Spruch: raus kommt man immer, die Frage ist, zu welchem Preis.

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Aneeka Gupta (Wisdomtree): Deshalb gibt es weiter Aufwärtspotenzial in der Rüstungsbranche https://extraetf.com/news/interview/aneeka-gupta-wisdomtree-europaeische-regierungen-verfolgen-langfristige-aufruestungsprogramme/ Mon, 05 May 2025 06:00:00 +0000 https://extraetf.com/?p=128496 Europa rüstet auf. Aneeka Gupta, Direktorin im Bereich Makro-Research bei Wisdomtree, über die Rüstungsbranche als Anlagethema.  

US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf die Ukraine und Russland, um schnellstmöglich eine Friedensverhandlung herbeizuführen. In welcher Zeitschiene erwarten Sie einen endgültigen Frieden?

Während Präsident Trump auf schnelle Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland drängt, bleibt eine endgültige Lösung unsicher und komplex. Der Krieg befindet sich in einer strategischen Pattsituation: Die Ukraine ist weiterhin auf westliche Unterstützung angewiesen, während Russland nicht bereit ist, territoriale Verluste hinzunehmen. Selbst unter diplomatischem Druck erscheint ein formelles Friedensabkommen im Jahr 2025 schwierig, da geopolitische Interessen und innenpolitische Faktoren auf beiden Seiten eine Rolle spielen. Ein Waffenstillstand oder ein eingefrorener Konflikt könnte innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate entstehen, doch ein dauerhafter Frieden mit einer umfassenden Einigung könnte Jahre dauern und würde von Sicherheitsgarantien der NATO, der innenpolitischen Stabilität Russlands und breiteren politischen Kursänderungen im Westen abhängen.

Immer wieder werden in Deutschland Stimmen laut, dass Russland selbst für West-Europa eine militärische Gefahr darstellt. Doch wie real ist diese Gefahr angesichts von Nato-Mitgliedschaften und dem aus russischer Sicht seit mehr als drei Jahren anhaltenden aufreibenden Krieg in der Ukraine wirklich?

Trotz Bedenken in Deutschland bleibt Russlands Fähigkeit, eine direkte militärische Bedrohung für NATO-Mitglieder darzustellen, begrenzt. Der Krieg in der Ukraine hat Russlands konventionelle Streitkräfte stark geschwächt und logistische Schwächen sowie Ausrüstungsverluste offenbart. Die kollektive Verteidigung der NATO gemäß Artikel 5 wirkt als starke Abschreckung, da jeder Angriff gegen ein Mitgliedsland eine einheitliche militärische Reaktion auslösen würde. Dennoch bleiben Bedrohungen durch hybride Kriegsführung, einschließlich Cyberangriffen und politischer Destabilisierung, erhebliche Risiken. Während Russlands Atomwaffenarsenal beachtlich ist, sind seine kurzfristigen Möglichkeiten für groß angelegte Angriffe über die Ukraine hinaus eingeschränkt.

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Wahrscheinlich werden nun viele Milliarden Euro in die deutsche Bundeswehr und die Rüstungsbranche fließen, da Ausgaben für die Verteidigung, die ein Prozent des BIP überschreiten, von der Schuldenbremse ausgenommen sind. Wie viel Geld wird in die Bundeswehr fließen und in welcher Form?

Die Entscheidung Deutschlands, Ausgaben für die Verteidigung, die ein Prozent des BIP überschreiten, von der verfassungsmäßigen Schuldenbremse auszunehmen, stellt eine entscheidende Wende in der Fiskalpolitik dar und eröffnet der Bundeswehr erhebliche neue Finanzierungsmöglichkeiten. Sie hebt eine wesentliche fiskalische Beschränkung auf und ermöglicht es Deutschland, die Verteidigungsausgaben ohne eine Verstoß gegen Haushaltsbeschränkungen maßgeblich zu steigern. 

Während das bestehende Sondervermögen von 100 Milliarden Euro bereits bis 2027 verteilt wird, erlaubt die neue Ausnahme von der Schuldenbremse zusätzliche Ausgaben über die regulären Haushaltsgrenzen hinaus – ohne die fiskalischen Regeln zu verletzen. Basierend auf dem deutschen BIP (~4,2 Billionen Euro) könnte theoretisch jeder Prozentpunkt des BIP über der bisherigen Schwelle 40 bis 50 Milliarden Euro jährlich für neue Verteidigungsinvestitionen ermöglichen. Es wird erwartet, dass die Bundeswehr diese Mittel in verschiedenen Bereichen erhält. Dazu gehören: 

  • Anschaffung von F-35-Kampfjets, Aufrüstung von Leopard-2-Panzern und neuen Artilleriesystemen 
  • Investitionen in Luft- und Raketenabwehr (z. B. Arrow 3- und Patriot-Systeme) 
  • Modernisierung der Kommando-, Cyber- und Kommunikationsinfrastruktur 
  • Ausbau der Personalausbildung, Logistik und digitalen Gefechtsfähigkeiten

Diese Ausnahme ist Teil eines umfassenderen Plans, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken, die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen und die sich entwickelnden Erwartungen der NATO zu erfüllen – sie legt die Grundlage für ein mehrjähriges, vertragsgebundenes Wachstum für inländische und alliierte Verteidigungsanbieter.

Aktien wie Rheinmetall sind bereits sehr stark gestiegen. Ist bei deutschen Rüstungsaktien angesichts der hohen anstehenden Staatsausgaben für die Rüstungsbranche noch Luft nach oben oder ist hier vieles schon eingepreist?

Rheinmetall und andere deutsche Rüstungsaktien haben deutlich zugelegt, was auf prall gefüllte Auftragsbücher und steigende Staatsausgaben zurückzuführen ist. Dennoch besteht weiteres Aufwärtspotenzial, da die Verteidigungsbudgets in eine strukturelle Wachstumsphase eintreten, anstatt nur kurzfristig anzusteigen. Europäische Regierungen verfolgen langfristige Aufrüstungsprogramme, was den Auftragnehmern Planungssicherheit verschafft. Die Bewertungen bleiben hoch, aber nicht überzogen. Wichtige Kurstreiber sind gemeinsame europäische Rüstungsprojekte, erhöhte Beschaffungsvorhaben und ein mögliches umfassendes Ausgabenplus innerhalb der NATO. Ausgewählte Rüstungsaktien bieten weiterhin langfristiges Potenzial, insbesondere in den Bereichen Raketenabwehrsysteme, Cybersicherheit und militärische Logistik.

Etliche europäische Nato-Mitgliedsstaaten haben ihre Militärausgaben jüngst erhöht. Trump fordert fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Nato. Haben Sie auch deshalb Ihren neuen europäischen Rüstungs-ETF auf den Markt gebracht?

Trumps Forderung, dass NATO-Mitglieder 5 Prozent des BIP für Verteidigung ausgeben, beschleunigt einen bereits bestehenden Trend steigender europäischer Militärausgaben. Während ein solches Ziel politisch umstritten ist, haben mehrere europäische Länder bereits zugesagt, die 2-Prozent-Marke zu überschreiten – Polen liegt sogar über 4 Prozent. Der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF (WKN: A40Y9K) wurde aufgelegt, um diesen mehrjährigen Investitionszyklus abzubilden, da europäische Staaten ihre Verteidigungsbudgets verstärkt in lokale Anbieter lenken und so die Abhängigkeit von US-Herstellern reduzieren. Dieser strategische Wandel positioniert europäische Rüstungsaktien für nachhaltiges Wachstum und macht eine gezielte Investition immer relevanter.

Gehen wir noch abschließend auf Ihren neuen ETF zur europäischen Rüstungsbranche ein. Was zeichnet ihn aus und wie setzt sich dieser zusammen?

Der WisdomTree Europe Defence UCITS ETF (WDEF) ist der erste rein auf europäische Verteidigung fokussierte ETF und bietet konzentrierte Investitionen in die führenden Verteidigungsunternehmen Europas. Im Gegensatz zu globalen Verteidigungs-ETFs konzentriert sich der WDEF hauptsächlich auf Verteidigungsunternehmen mit Sitz in Europa, sodass Anleger vom strukturellen Anstieg der Verteidigungsausgaben in Europa profitieren können. Der ETF bietet Zugang zu den 20 führenden europäischen Verteidigungsunternehmen, darunter solche, die mit landgestützten Systemen (Munition, Fahrzeuge) und Luftverteidigung (Raketen, Drohnen) in Verbindung stehen. Der WisdomTree Europe Defence UCITS Index bietet eine reine Exposition zu Verteidigungsbeschaffungen, was sich in der 95,4 Prozent-igen Allokation zum Bereich Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung widerspiegelt. Der ETF ist direkt darauf ausgerichtet, vom Verteidigungsaufschwung in Europa zu profitieren, was ihn zu einer überzeugenden Investition in die Aufrüstung und industrielle Transformation der Region macht.

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